Im aktuellen Diskurs erscheinen Flucht und Migration nicht als Fragen von Gerechtigkeit, Solidarität oder gesellschaftlicher Vielfalt. Sie werden fast ausschließlich als Bedrohung oder unter dem Blickwinkel ökonomischer Verwertungslogik behandelt.
Der Aufstieg der rechtsradikalen AfD zur bundesweit zweitstärksten Partei ist nicht zuletzt das Ergebnis dieser Deutungshoheit. Auch in der Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD spiegeln sich zentrale Narrative und Forderungen der AfD wider. Die politischen Maßnahmen konzentrieren sich dabei auf drei Bereiche: die Schließung von Migrationsrouten, die Ausweitung von Abschiebungen und den Abbau des Asylsystems.
