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Der Solidaritätsfonds der Linken in Hamburg

Selbstverständnis und Struktur

In der guten Tradition, trotz Teilhabe am Parlamentarismus das Etablierte nicht selbstverständlich zu finden und die außerparlamentarische Arbeit nicht aus dem Blick zu verlieren, verzichten die Abgeordneten der Hamburgischen Linksfraktionen auf einen Teil ihrer Diäten und widmen sie um: Sie spenden in einen Solidaritätsfonds (kurz: Solifonds).

Sinn und Zweck des Solifonds ist die finanzielle Unterstützung der oppositionellen außerparlamentarischen Aktionskultur in der Stadtgesellschaft. So soll das Geld nicht in das fließen, was durch Parteigelder oder Parteispenden finanziert oder unterstützt wird, und auch nicht in das, was regelhaft von Vereinen und Verbänden zur Umsetzung von deren Zielen finanziell getragen wird, auch wenn das Geld dort nicht immer ausreicht. Der Solifonds soll auch kein Rechtshilfefonds sein oder anderweitige individuelle Förderung ermöglichen.

Unterstützt werden sollen in erster Linie außerparlamentarische politische und sozial engagierte Aktionen, Ideen und Projekte, die ansonsten nur wenig bis keine Finanzierung aus anderen Quellen finden, aber für die Entwicklung einer demokratischen politischen Kultur unverzichtbar sind.

Der Solifonds soll auch kurzfristig leisten können. Häufig werden eher viele kleine Anliegen gefördert, es sei denn, ein Projekt oder eine Aktion hat eine große Wirkung in der Stadtgesellschaft.

Über die Ausgaben entscheidet ein 5-köpfiger Beirat mit kurzfristiger Vernetzung. Der Beirat setzt sich aus parteilosen außerparlamentarisch Engagierten mit Kenntnissen aus verschiedenen Politikfeldern und sozialen Bereichen zusammen. Lediglich ein Mitglied der Partei wirkt ohne Stimmrecht mit als Koordinator*in zwischen Beirat und Partei.

Die aktuellen Mitglieder des Beirats kommen aus den Bereichen Psychosoziale Beratung, Bildung, Schuldenberatung, Umweltbewegung und antifaschistische Bewegung.

Finanziell unterstützt wurden in den letzten Monaten:

  • das Schulstreikkomitee
  • die Kampagne NOlympia
  • eine Veranstaltung im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus
  • die Teilnahme an einem feministischen Jugendcamp
  • die Unterstützung pro-kurdischer Initiativen
  • die Aktionstage von und für Obdachlose
  • das Jubiläum eines antifaschistischen Bündnisses

Vergabekriterien

Gefördert werden soll ein breites Spektrum Hamburger außerparlamentarischer Aktivitäten und Initiativen, die oft unter äußerst schwierigen finanziellen Bedingungen arbeiten, aber eine unverzichtbare Bereicherung der demokratischen politischen Kultur dieser Stadt darstellen.

✅Unterstützt werden:

  • politische Aktivitäten
  • Aktivitäten der Selbsthilfe bzw. der Selbstorganisation
  • kulturelle Aktivitäten
  • Jugendarbeit
  • Bildungsinitiativen
  • Publizistik
  • genossenschaftliche Initiativen
  • politische Aktivitäten von Migrant*innen
  • und ähnliche Projekte

❌Nicht förderfähig sind Wohltätigkeitseinrichtungen, wie z.B. Tafeln oder Suppenküchen, Einrichtungen der Kirche oder von Parteien, sowie individuelle Förderungen und Einrichtungen, die prekäre Beschäftigungsverhältnisse praktizieren oder tolerieren.

Antrag stellen

Anträge können formlos gestellt werden über diese E-Mail-Adresse:

solifonds@die-linke-hamburg.de 

Bitte lest euch vorher die Kriterien durch um zu sehen, ob euer Anliegen Aussicht auf Förderung hat.

Anträge sollten folgende Angaben enthalten:

  • Wer seid ihr?
  • Was ist euer politisches Anliegen?
  • Was habt ihr aktionsmäßig vor?
  • An welchen Betrag habt ihr vor diesem Hintergrund gedacht?

Der Beirat entscheidet zeitnah über Anträge. Ziel ist es, nicht nur parteinahe sondern ein wirklich breites Spektrum politischer Aktivitäten zu fördern.

Die Beschlüsse der Partei und der Fraktion

Die Linksfraktion der Hamburgischen Bürgerschaft hat 2009 (anlässlich einer von uns abgelehnten Diätenerhöhung) beschlossen, […] in einen Solidaritätsfonds einzuzahlen, der von einem Beirat verwaltet wird, der aus fraktions- und parteiunabhängigen Vertrauenspersonen besteht, die in der außerparlamentarischen Bewegung verankert sind.

Der Landesvorstand hat den Auftrag, die Mitglieder dieses Beirats zu ernennen und Vergabekriterien zu beschließen (siehe oben).

Nicht unterstützt werden sollen Wohltätigkeitseinrichtungen, wie z.B. Tafeln oder Suppenküchen, Einrichtungen der Kirche oder von Parteien, sondern politische Aktivitäten von Initiativen, Vereinen etc., die den Zielen der sozialen Gerechtigkeit, des Friedens, des Umweltschutzes und der Demokratie verpflichtet sind […]

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