Bildung: Kita, Schule, Ausbildung, Studium und Sport
Bildung ist unverbrüchliches Menschenrecht. Bildung eröffnet persönliche Lebenschancen und ermöglicht gesellschaftlichen Fortschritt. Bildung findet aber nicht nur in der Schule statt, sondern auch in Kindertageseinrichtungen, auf Abenteuer- und Bauspielplätzen, in Jugendzentren, in Vereinen, beim Sport, in der Verbandsarbeit, in Gewerkschaften, in sozialen Gruppen (Peergroups), auf der Straße, in Stadtteil- und Kulturzentren, in Geschichtswerkstätten und weiteren Bildungsstätten bis hin zu Theatern und Museen. Allen Menschen sollen die gleichen Möglichkeiten offenstehen, sich demokratisch zu bilden – unabhängig von der örtlichen und sozialen Herkunft. Durch einen Mangel an Kita-Betreuung, durch ein Schulsystem, das aussortiert, statt alle Kinder zu fördern und zu inkludieren, durch zu geringe Kapazitäten und Ressourcen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, dadurch, dass die Teilhabe an Sport- und Kulturangeboten viel zu oft eine Frage des Geldbeutels ist, werden diese Möglichkeiten beschnitten. Ungleichheit und Ausschlüsse haben sich durch die Corona-Krise weiter zugespitzt. Nicht zuletzt in den Schulen ist die Verschärfung der sozialen Spaltung deutlich sichtbar: Der Einfluss des Elternhauses hat sich in den zwei Coronajahren massiv erhöht; die Schüler*innen sind sozial-emotional belastet – und das alles führt zu Einbrüchen im Bildungserwerb, die sich fortschreiben.
- Wir wollen gleiche Lebenschancen für alle Menschen: unabhängig von ihrer geographischen und sozialen Herkunft.
- Wir wollen in den Kitas 8 Stunden gute Grundbetreuung für jedes Kind.
- Wir wollen den massiven Ausbau der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Familienförderung und der Jugendsozialarbeit - insbesondere in Stadtgebieten mit wenigen Einrichtungen oder in denen viele Menschen in Armut leben.
- Wir wollen Bildungsgerechtigkeit und Eine Schule für Alle. Inklusion und Teilhabe müssen Ankerpunkt der Schulentwicklung sein.
- Schule muss ein Ort demokratischer Bildung und Beteiligung werden.
- Wir wollen, dass junge Menschen aus Familien ohne akademische Vorerfahrung dieselben Chancen auf ein Studium haben wie solche aus Akademikerhaushalten.
- Wir wollen kostenfreie Sportangebote für alle: auf guten Sportplätzen, in angemessenen Hallen, in attraktiven Schwimmbädern – und keinen Neuaufguss einer per Volksentscheid abgelehnten Olympiabewerbung.
- Wir wollen die Stadtteilkultur stärken: Stadtteilzentren, Geschichtswerkstätten, OffTheater und Kulturläden sind niedrigschwellige und fundamentale Voraussetzungen für Bildung, Erinnerung, Teilhabe und Demokratie.
- Wir wollen einen kostenfreien Eintritt in die Hamburger Museen für alle Hamburger*innen an mindestens einem Sonntag im Monat. Die Preiserhöhung für die Gruppenführungen bei Kindern und Jugendlichen muss außer Kraft gesetzt werden.
- Wir wollen die Sicherung von künstlerischen Produktions- und Präsentationsräumen. Hamburg braucht mehr Raum für (Club)Kultur.
- Wir wollen den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus als Feiertag einführen.
- Wir wollen eine offene Medienlandschaft und die Förderung der Medienkompetenz: nicht nur bei Kindern, sondern entsprechend der spezifischen Bedarfe für alle Altersgruppen, Geschlechter, Einschränkungen, sozialer und ethnischer Gruppen.
- Wir fordern eine verlässliche Ganztagsbetreuung für alle Kinder. Auch Früh- und Spätdienste müssen bei Bedarf abgesichert werden.
- Bedarfsgerechte Finanzierung.
- Refinanzierung von Tarifabschlüssen: Wer nach Tarif zahlt, darf nicht bestraft werden!
- Fachkräfteoffensive: Keine Ausbildungsform ohne Gehalt!
- Verbindliche Notfallpläne bei Personalmangel.
- Berücksichtigung der mittelbaren Pädagogik im Betreuungsschlüssel.
- Kostenloses Kita-Frühstück.
- Alle, auch die Hauswirtschafter*innen, müssen von ihrem Gehalt gut leben können.
- Hamburg muss sich im Bund für eine einfach zugängliche und auskömmliche Kindergrundsicherung einsetzen.
- Einführung der KiJu-Karte zur Stärkung der Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen: kostenlose Nutzung von HVV, Bücherhallen, Bäderland und einem Sportverein, kostenloser Eintritt in staatliche Theater und Museen.
- Ein verbindlicher Planungsprozess für den Ausbau der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA), an den Bedarfen der Stadtteile orientiert und unter Einbindung von Bewohner*innen und Kindern.
- Die Verdopplung der Rahmenzuweisungen für die OKJA, Jugendsozialarbeit und bei der Familienförderung.
- In Neubaugebieten müssen Einrichtungen der OKJA und Treffpunkte wie Kinder- und Familienzentren und Orte der Beratung regelhaft eingerichtet werden.
- Barrierefreier Aus- und Neubau von Einrichtungen der OKJA.
- Gute Arbeitsbedingungen: Refinanzierung von Tariferhöhungen, gleichwertige Löhne, verbindliche Qualitätsstandards nach dem internationalen Ehrenkodex der sozialen Arbeit.
- Auskömmliche Förderung der Jugendverbandsarbeit und verbindliche Etablierung von präventiven Programmen gegen (sexualisierte) Gewalt im Rahmen der Jugendverbandsarbeit.
- Umsetzung des Bundeskooperationskonzepts „Miteinander statt nebeneinander!“ zum Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern.
- Einrichtung von Kinder- und Jugendbeiräten mit eigenen Budgets in allen Hamburger Bezirken.
- Konzept für demokratische politische Bildung von Kindern und Jugendlichen gegen Rechtsextremismus und für Vielfalt und Respekt im gesellschaftlichen Zusammenleben.
- Den Ausbau der Beratungsstellen und Unterbringungsplätze für junge wohnungslose Menschen.
- Den Ausbau von therapeutischen und psychosozialen Versorgungsstätten für minderjährige Geflüchtete.
- Ein Verbot von freiheitsentziehenden Maßnahmen und geschlossener Unterbringung in der Jugendhilfe!
- Eine Absage an die Planung der (teil-)geschlossenen Einrichtung am Klotzenmoorstieg! Stattdessen braucht es den Ausbau der Kooperation von Jugendhilfe und Psychiatrie und die Gestaltung dezentraler Angebote.
- Umsetzung unseres Entwurfs für ein inklusives Schulgesetz.
- Einrichtung eines Bildungsrats.
- Das Abschulen nach Klasse 6 muss beendet werden und jede Schule ihren
- Schüler*innen eine für sie passende Perspektive bieten. Denn das gegliederte
- Schulsystem widerspricht dem demokratischen Grundgedanken und verstärkt nachweislich die gesellschaftliche Ungleichheit.
- Statt Hausaufgaben Schulaufgaben in einem gut rhythmisierten Ganztag.
- Für mehr Bildungsgerechtigkeit müssen Gymnasien umfassend an Inklusion und Integration beteiligt und entsprechend ausgestattet werden.
- Die "Lehrerarbeitszeitverordnung" überarbeiten. Die bereits bestehenden Reformvorschläge einpflegen und an die gegenwärtigen Anforderungen angleichen.
- Schulbegleitungen in den Schulen anstellen, tariflich bezahlen und qualifizieren bzw. systematisch weiterbilden.
- Kostenloses Essen und Trinken für Schüler*innen, den ganzen Tag. Zubereitung vor Ort in Vitalküchen. Flächendeckend kostenlose Hygieneprodukte.
- Keine Bundeswehr an Schulen.
- Jede Schule mit Schulgesundheitsfachkräften, mindestens eine Person pro Schule, ausstatten; jede Schule ausreichend mit Verwaltungs- und IT-Fachpersonal ausstatten.
- Elternunabhängig: ein Endgerät und Internetzugang für jedes Schulkind.
- Fortlaufende Entwicklung von Bildungskonzepten, vor allem auch für digitalisierten Unterricht; pädagogisch-didaktische Evaluation des Einsatzes digitaler Lehrmittel.
- Förderung der Medienkompetenz von Lehrenden und Schüler*innen im Hinblick auf Social Media, Gaming und KI.
- Unterstützung neuer, angemessener Bewertungssysteme in Schulen vor dem Hintergrund von Digitalisierung und KI.
- Förderung von Programmen gegen Medienabhängigkeit.
- Förderung der Prävention von und Sensibilisierung für (klerikal-)faschistische Bewegungen im Internet.
- Statt Noten wollen wir mehr Lernentwicklungsgespräche und individuelle Förderung.
- Schüler*innen müssen stärker demokratisch an der Gestaltung ihrer Schulen partizipieren können.
- Förderung von Initiativen zur Stärkung von MINT-Fächern und -studiengängen.
- Förderung von studieninteressierten jungen Menschen aus Familien ohne akademische Vorerfahrung.
- Ein Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TVStud).
- Einführung eines elternunabhängigen, rückzahlungsfreien BAFöG in ausreichender Höhe.
- Bessere Finanzierung des Studierendenwerks für günstigere Wohnheime und günstiges Mensaessen.
- Starker Ausbau der Wohnheimkapazitäten beim Studierendenwerk.
- Wieder mehr Zeit für Persönlichkeitsentwicklung im Studium einräumen.
- Quereinstieg ins Studium erleichtern, um Bildungsungerechtigkeit zu bekämpfen.
- Studierenden mehr Mitbestimmung an den Hochschulen ermöglichen.
- Mehr unbefristete Stellen in der Wissenschaft.
- Bessere Bezahlung für die Mensa- und Verwaltungsbeschäftigten sowie Reinigungskräfte.
- Die kompetitive Exzellenzinitiative für wenige Leuchtturmprojekte durch eine bessere
- Grundfinanzierung für alle Hochschulen ersetzen.
- Pluralisierung der Wirtschaftswissenschaften und dafür Schaffung einer Professur „Plurale Ökonomik“ an der Uni Hamburg.
- Wiedereinführung des Studiengangs „Kriminologie“ an der Uni Hamburg.
- Die Notwendigkeit, für den Master Grundschullehramt an der Uni Hamburg drei Fächer im Bachelor studiert zu haben, muss abgeschafft werden, um den Master zugänglich für Bachelor-Absolvent*innen anderer Hochschulen zu machen.
- Verstetigung der Finanzierung des ZeDiS.
- Ausbildungsfonds bzw. Ausbildungsumlage, in die alle Betriebe einzahlen und aus der ausbildende Betriebe Unterstützung erhalten (nach dem Bremer Modell).
- Einführung von Ausbildungsstipendien, wie sie die Rosa-Luxemburg-Stiftung entwickelt hat („Lux like Ausbildung“).
- Mehr Wohnheimplätze für Azubis: der Zuzug nach Hamburg ist nicht zuletzt wegen der hohen Mieten und Lebenshaltungskosten drastisch gesunken.
- Stärkung von Angeboten zur beruflichen Bildung wie dem Zukunftstag.
- Unterstützung klischeeunabhängiger Berufszugänge z.B. im sozialen und im technischen Bereich.
- Förderung von Initiativen zur Stärkung handwerklicher Ausbildungsangebote.
- Zweiter Bildungsweg: Kapazitätenerweiterung am Campus.
- Schulsozialarbeit auch in der Erwachsenenbildung.
- Nachhaltige und bessere Bezahlung und mehr soziale Sicherheit für VHS-Dozent*innen.
- Bessere Arbeitsbedingungen an den weiteren Einrichtungen der Erwachsenenbildung.
- Mehr Sporthallen und -plätze. Keine Nachverdichtung auf Kosten von Spiel- und Sportflächen. Zügige Sanierung maroder Sportflächen und -hallen.
- Entgeltfreie (digitale) Vergabe der Sportstätten für den Vereinssport verbessern: Nutzung aller Kapazitäten außerhalb der Schulzeiten.
- Schwimmen ist kein Luxus: Freier Eintritt ins Bäderland mit der KiJu-Karte, ansonsten: Eintrittspreise mindestens halbieren.
- Guter Sport braucht gute Vereine und gute Trainer*innen: Erhöhungen der Übungsleiter*innenpauschalen.
- Sportförder- und Bewegungsprogramme vorrangig für benachteiligte Quartiere. Und dort vor allem für Kinder und Jugendliche, ältere Menschen und solche mit Handicaps.
- Ausweitung der Integrations- und Inklusionsangebote; Anti-Gewalt-, Antirassismus- und Awarenesskonzepte auf allen Ebenen.
- Sinnvolle Förderung des Breitensports: Active-City-Strategie hinterfragen, solange deren Wirksamkeit bei hohen Ausgaben unklar bleibt.
- Sanierung der Bahnradbahn in Stellingen für Breitensportzwecke; Erhalt der Freizeitflächen auf der Horner Rennbahn: keine Ausweitung des „Pferdesports“.
- Massive Verbesserung der Schwimmfähigkeit („Bronzeabzeichen“) für alle Kinder spätestens bis zur 4. Klasse.
- Sportstunde verlässlich in allen Schulen umsetzen.
- Nach wie vor: NOlympia! und Ablehnung neuer Knebelverträge zur Sicherung von Sportevents in der Stadt.
