Hamburgs Unis retten: Linke fordert sofortige Kehrtwende in der Hochschulpolitik
Die Hamburger Hochschulen stehen vor einem politischen und finanziellen Scherbenhaufen. Die Linke Hamburg hat deshalb den Beschluss „Hamburgs Hochschulen retten!“ verabschiedet und fordert den Senat auf, die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen endlich zu beenden, die dauerhafte Sicherung kritischer Forschungsbereiche zu sichern und Studierende zu entlasten. Hintergrund sind massive Kürzungen, hunderte unbesetzte Stellen, gefährdete Studiengänge und ein zunehmender Qualitätsverlust in Forschung und Lehre. Besonders an der Universität Hamburg zeigt sich die dramatische Lage: Über 800 Stellen, darunter rund 80 Professuren, sind derzeit unbesetzt. Hamburgs Linke kritisiert, dass SPD und Grüne trotz gegenteiliger Versprechen die Hochschulen seit Jahren kaputtsparen und immer neue Kürzungen verlangen. Dadurch gerieten nicht nur Lehre und Forschung unter Druck, sondern auch die Wissenschaftsfreiheit und nicht zuletzt der Zugang zu Bildung für Studierende aus einkommensarmen Familien. Am 11. Juni beteiligt Die Linke sich an den Protesten des AStA der Uni Hamburg.
Dazu die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion der Hamburgischen Bürgerschaft, Sabine Ritter: „Der Hamburger Senat betreibt Hochschulpolitik mit der Abrissbirne. Während sich SPD und Grüne mit dem Etikett ‚Exzellenzuniversität‘ schmücken, lassen sie die Grundlagen von Wissenschaft und Bildung systematisch verkommen. Überfüllte Seminare, kaputte Gebäude, gestrichene Studiengänge und all die unbesetzten Stellen sind keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Wer Hochschulen kaputtspart, spart an Demokratie, sozialem Aufstieg und gesellschaftlicher Zukunft. Wenn Fakultäten ein Viertel ihres Budgets verlieren sollen, dann ist das kein Sparen mehr, sondern ein Kahlschlag.“
Dazu Luzian Massarrat, Student an der Uni Hamburg und bildungspolitischer Sprecher im Landesvorstand der Hamburger Linken: „Wir Studierenden werden mit steigenden Lebenshaltungskosten und Semesterbeiträgen alleingelassen. Gäbe es den politischen Willen, wären diese Probleme lösbar: Ein Mietendeckel für Wohnheime, subventioniertes Mensa-Essen nach niedersächsischem Vorbild oder die Abschaffung des Verwaltungskostenbeitrags sind kein Hexenwerk. Und für den Preis von 0,004 Olympias ließe sich die Kostenlücke der Uni Hamburg schließen! Dafür werden wir am 11. Juni gemeinsam mit den Studierenden auf die Straße gehen.“
