Nachruf Jochen Kroll
Die Stadtteilgruppe Langenhorn trauert um Hans-Joachim (Jochen) Kroll, der leider am 11. August verstorben ist.
Jochen hat persönlich und politisch ein bewegtes Leben hinter sich: Nach der Schulzeit Praktikum bei der Post; ab 1967 Ingenieursstudium der Elektro technik am Polytechnikum im bayrischen Schweinfurt; dort 1971 Ingenieur-Abschluss. Seine Klasse, eine reine Jungenklasse, bestand aus 61 Mitschülern, wobei die Anzahl wegen der harten Mathe-Anforde rungen rasch auf 30 abschmolz. Von den Studentenunruhen blieb Schweinfurth un berührt. Immerhin entsandten die Schwein further Studierenden im Mai 1968 eine Delegation nach Bonn zur großen Demo gegen die Notstandsgesetze. Besuch des Hansakollegs in Wellingsbüttel, 1974 Abitur. Studium auf Lehramt (allgemeinbildende Lehrkraft). Danach zunächst arbeitslos. Drei Jahre lang entwarf er dann bei der Hanseatischen Universelle (Hauni; Firma für Zigarettenherstellmaschinen, Bergedorf) Bedienungsanleitungen für die Zigaretten-fabrikation. Ab Ende der 1980er unterrichtete er an der Fachschule für Radiotechnik Umschüler; drei Jahre lang lernte er im Berufsbildungswerk psychisch Kranke an, auch in Behindertenwerkstätten, gab aber auch als Lehrer für Politik und Geschichte Unterricht, z.B. zur Philosophie von Immanuel Kant. Pensionierung 2010. Bei Jochen wurde eine seltene Form der Krebserkrankung diagnostiziert; er verstarb am 11. August 2025.
Politische Entwicklung: Ehrenamt, in den 1970er Jahren SPD-Mitglied; später kurzzeitig bei den Grünen, danach viele Jahre parteilos. Seit 2020 Mitglied der Linken. 2024 aus der taz-Genossenschaft ausgetreten. Jochen war Mitglied im Schulpersonalrat und langjähriges Gewerkschaftsmitglied (GEW). Seit 2016 leitete Jochen den Kulturverein „Grüner Saal e. V.“, der sich 2022 in Olmo e. V. umbenannte (www.olmoo.de).

