Schließt die Notunterkunft

Zusammenhalt mit den Menschen in der Schlachthofstraße 3-5

Im Harburger Industriegebiet, fern des alltäglichen Lebens, leben derzeit knapp 600 Menschen – darunter rund 60 Kinder und Jugendliche – beengt in einem früheren Großmarktgebäude. Die Unterkunft in der Schlachthofstraße 3–5 sollte ursprünglich nur eine kurzfristige Notlösung sein, die 2022 provisorisch eröffnet wurde. Doch viele Bewohner*innen sind mittlerweile gezwungen, seit bis zu zwei Jahren dort auszuharren. Ein Ende ist bislang nicht in Sicht.

Zuständig für die Notunterkunft ist der Träger Fördern und Wohnen, der dem Sozialressort untersteht. Die Verantwortung vor Ort liegt zunächst bis zum 31.12.2025 beim Deutschen Roten Kreuz. Obwohl das DRK wiederholt auf Missstände hingewiesen hat, erhielt es vom Träger keine notwendige Unterstützung.

Statt auf die Mängel und Beschwerden, auch die der Bewohner*innen, einzugehen, wird die Betriebslaufzeit des Standortes nun verlängert – und eine menschenwürdige Unterbringung der Bewohner*innen weiterhin auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die nächste Demo

Widersetzen - Befreiungsparty in Demmin

Ort: Infos beim Ticketverkauf
Veranstalter: Widersetzen

Zusammen stellen wir uns dem geschichtsumkehrenden "Trauermarsch" der Neonazis in den Weg! Im letzten Jahr haben wir gezeigt, dass Widerstand wirkt. Daran wollen wir anknüpfen und den Aufmarsch auch dieses Jahr laut und sichtbar stören. Entschieden und massenhaft werden wir uns widersetzen. 🎉Für uns ist der 8. Mai der Tag der Befreiung: Der Befreiung von Menschenfeindlichkeit, Krieg und Vernichtung. Deshalb feiern wir eine große Befreiungsparty in Demmin. Packt eure schicksten Partyoutfits ein,… Weiterlesen

Demonstration zum Tag der Befreiung

Ort: Hamburg, Jungfernstieg
Veranstalter: Bündnis 8. Mai

LiegendDemo für Menschenrechte von Menschen mit ME/CFS

Ort: Hamburg, Rathausmarkt
Veranstalter: Initiative #LiegendDemo

ME/CFS ist eine schwere Multisystemerkrankung. Etwa ein Viertel der Betroffenen ist schwer erkrankt. Viele können alltägliche Tätigkeiten wie Duschen oder den Gang zur Toilette nicht mehr selbstständig bewältigen. Ein großer Teil ist hausgebunden oder bettlägerig. Das Kernsymptom ist PEM (Post Exertionelle Malaise) – eine zeitverzögerte, teils lang anhaltende oder dauerhafte Zustandsverschlechterung nach schon geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung. Hinzu kommen oft starke Schmerzen… Weiterlesen

Warum ist die Unterbringung mangelhaft?

Die Bedingungen in der Unterkunft sind geprägt von massiven Missständen, die den Alltag der Bewohner*innen erheblich belastet. Die Sanitäranlagen sind defekt oder unzureichend und befinden sich in Containern außerhalb des Gebäudes, was besonders in kalten Monaten zu zusätzlichen Belastungen führt. Immer wieder kommt es außerdem zu Heizungsproblemen. Auch die Versorgung mit Essen ist eintönig und wenig nahrhaft. Viele der Bewohner*innen würden gerne selbst einkaufen und kochen, doch mit nur 50 Euro Bargeld im Monat, das sie von ihrer Bezahlkarte abbuchen können, ist das kaum möglich. Außerdem gibt es keine Küchen.

Ein besonders gravierendes Problem ist der vollständige Mangel an Privatsphäre. Jeweils zwölf Personen müssen sich ein sogenanntes „Kompartiment“ teilen. Um sich wenigstens ein Minimum an Rückzug zu schaffen, hängen manche Tücher vor ihre Doppelbetten. Doch echte Privatsphäre ist unmöglich: Die „Wände“ bestehen lediglich aus Stellwänden aus dickem Karton, sie schließen oben nicht ab, Geräusche sind allgegenwärtig, und Türen gibt es nicht – nur Vorhänge trennen die Räume voneinander. Besuche sind generell verboten. Bewohner*innen dürfen sich weder gegenseitig in ihren Kompartments besuchen noch Personen von außerhalb empfangen. Die Behauptung, man könne in Absprache mit der Einrichtungsleitung außerhalb der Kompartiments Besuch empfangen, erscheint eher als ein Feigenblatt, denn praktikabel ist das nicht. Hinzu kommt, dass es in den Räumen kein natürliches Licht gibt. 

Besonders betroffen sind Kinder, die dort teilweise bis zu zwei Jahre leben müssen – ohne geschützte Räume oder kindgerechte Rückzugsmöglichkeiten.

Immer wieder berichten Menschen zudem von repressiven Maßnahmen wie sogenannten „Wegweisungen“. Diese werden etwa bei vermeintlichen Verstößen gegen die Hausordnung verhängt. Im Oktober 2025 mussten Betroffene bis zu 8 Stunden außerhalb der Unterkunft bleiben und waren gezwungen, die Nacht auf der Straße zu verbringen.

Bewohner*innen berichteten, dass Menschen im Camp infolge des Aufenthalts unter schweren psychischen Belastungen leiden. Einige entwickeln traumatische Symptome, die auch nach einer Verlegung aus der Unterkunft anhalten. Die Zustände beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern gefährden eindeutig das körperliche und seelische Wohl der dort lebenden Menschen.

„We are not asking for luxury.We only want dignity! “

Bewohner der Schlachthofstraße 3-5

Unterstütze die Petition

Menschenwürde wahren – Schließung der Flüchtlingsunterkunft in Hamburg Harburg!

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Es folgten Proteste

Rund 200 Bewohner*innen beschlossen am 12.10.2025 gemeinsam friedlich vor der Unterkunft gegen die Umstände zu protestieren. Ihre Forderung: Schließung des Camps, da es nicht mehr „reparierbar“ ist. 

Der, jetzt suspendierte, Security Chef von ELB Security GmbH ruft später am Tag die Polizei und meldet dort eine drohende Schlägerei zwischen 150 Personen. Diese fährt mit Großeinsatz auf, leitete aber keine polizeilichen Maßnahmen ein. Trotzdem half sie dabei, bis zu 8-stündige „Wegweisungen“ für 15 Bewohner*innen, die an den Protesten beteiligt waren, durchzusetzen. Bei niedrigen Temperaturen müssen sie auf der Straße vor dem Camp übernachten, ohne Decken oder sonstigen Schutz vor der Kälte.

Der Security Chef wird am Tag darauf auf Druck der Bewohner*innen und der Öffentlichkeit suspendiert und versetzt. Fördern und Wohnen bestreitet jedoch Anzeichen eines Fehlverhaltens des Security Chefs

„Wegweisungen“ werden weiterhin als Maßnahme durchgeführt, die maximale Stundenzahl einer „Wegweisung“ aber nun auf 2 Stunden reduziert. Auch zuvor hätte eigentlich nur maximal für vier Stunden „weggewiesen“ werden dürfen.

Was tun?

Die Kritik an den Bedingungen wird immer lauter. Es finden regelmäßig anhaltende Proteste vor dem Camp und den verantwortlichen Behörden statt. Diese sollen so lange anhalten, bis die Notunterkunft geschlossen wird. 

Wir unterstützen die Bewohner*innen in ihren Forderungen einer Schließung der Notunterkunft in der Schlachthofstraße und auf das Recht auf eine würdige Unterbringung.

Komm zu den Protesten – Ankündigungen gibt es dazu auf dem Instagram Kanal der Bewohner*innen: 

Abolish Camp Schlachthofstraße

und unterstütze die Petition Menschenwürde wahren – Schließung der Flüchtlingsunterkunft in Hamburg Harburg!