Rechte von Sexarbeiter*innen stärken: Linke fordert mehr Hilfen und bessere Sichtbarkeit

Natalia Wilhelmi & Katrin Lohse

Ist Deutschland der „Puff Europas“? So sieht es Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Die CDU-Politikerin fordert ebenso wie ihre Parteifreundin Nina Warken ein Verbot des Sexkaufs in Deutschland. Angesichts der Debatte über den Umgang mit Sexarbeit hat der Landesvorstand der Linken sich nun klar positioniert.

Dabei steht für Hamburgs Linke fest: Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten unterliegen patriarchalen Machtverhältnissen ebenso wie kapitalistischer Ausbeutung und restriktiven Grenz- und Aufenthaltsregimen. Eine linke Position kann nur Solidarität mit statt einer Stigmatisierung von Sexarbeiter*innen sein. Die Linke fordert Bürgerschaft und Senat daher auf, Kontaktverbotsverordnung und Sperrgebietsverordnung abzuschaffen, Opfern von Menschenhandel eine Aufenthaltsstatusgarantie zu gewähren, NGO-Beratungsstrukturen für Sexarbeiter*innen - insbesondere für trans* Personen und solche in prekären Lebenssituationen - zu verstärken und Behördenmitarbeiter*innen im diskriminierungssensiblen Umgang mit Sexarbeiter*innen zu schulen.

Dazu Natalia Wilhelmi, Sprecherin für Feminismus im Landesvorstand der Linken: „Für uns stehen die Wünsche und Bedürfnisse der Beschäftigten im Mittelpunkt. Fest steht: Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung müssen klar bekämpft werden. Das geht aber nicht durch Verdrängung oder ‚Sexkaufverbote‘, die Schutz und Beratung dann massiv erschweren. Nur über die Entkriminalisierung der Sexarbeit kann die strukturelle Gewalt in diesem Gewerbe wirksam bekämpft werden. Sexarbeitende brauchen Rechte und Sichtbarkeit als Voraussetzung für wirksamen Schutz.“

Dazu Katrin Lohse, Sprecherin für Queerpolitik im Landesvorstand der Linken: „Queere Sexarbeiter*innen und vor allem trans* Personen sind bei ihrer Arbeit einem noch weiter erhöhten Gewaltrisiko ausgesetzt. Für uns ist klar: Sexarbeit*innen müssen sozial abgesichert sein, ihre Rechte, ihr Schutz und ihre Selbstorganisation sind zentraler Bestandteil im Kampf gegen Patriarchat, staatliche Unterdrückung, Rassismus und Rechtsruck. Hamburgs Senat muss die Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiter*innen verbessern!“