Was für ein Abend: Mit 54,9 Prozent hat Hamburg Nein zu Olympia gesagt!

Antonia Köster

Trotz Millionenbudget des Senats. Trotz Dauerwerbung an jeder Ecke. Trotz einer Kampagne, die uns einreden wollte, Olympia sei alternativlos. Trotz moralischer Erpressung, Schlechte-Laune-Diffamierungen und Hufeneisenvergleichen.

Die Menschen in dieser Stadt haben sich nicht blenden lassen. Sie haben erkannt, worum es wirklich geht: um Prioritäten. Um die Frage, ob Milliarden in ein Prestigeprojekt fließen oder in das, was Hamburg tatsächlich braucht – bezahlbare Mieten, soziale Sicherheit, gute Schulen, funktionierende Infrastruktur und eine Stadt, in der sich Menschen das Leben noch leisten können.

Und daran habt ihr einen riesigen Anteil!

Dieser Erfolg kam nicht von denjenigen mit den größten Budgets, den meisten Plakatflächen oder der lautesten Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. Er kam von Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen haben. Von Infoständen. Von langen Abenden beim Flyern. Von Diskussionen im Freundeskreis. Von Menschen, die Haltung zeigen.

Wir waren die einzige demokratische Partei in der Bürgerschaft, die diese soziale Frage konsequent ins Zentrum gestellt hat: Wem gehört diese Stadt eigentlich? Die Hamburger*innen haben darauf heute mit ihrem Nein zu Olympia eine klare Antwort gegeben!

Aber genauso wichtig ist: Wir bleiben jetzt nicht beim Nein stehen!

Wir wollen ein Hamburg, das groß rauskommt: Mit mehr öffentlichem Wohnungsbau, stabilen Mieten, mehr Investitionen in den Alltag der Menschen und einer Stadt, die nicht für Eventkulissen umgebaut wird, sondern für diejenigen funktioniert, die hier leben.

Denn viele Hamburger*innen wissen längst: Diese Stadt wird immer teurer. Mieten explodieren, Menschen werden aus ihren Vierteln verdrängt und selbst normales Wohnen wird für immer mehr Menschen zum Luxus. Und trotzdem wollte der Senat Milliarden für Olympia zurücklegen, während angeblich für sozialen Wohnungsbau, Schwimmbäder oder Barrierefreiheit das Geld fehlt. Wir fordern, dass dieses Geld für einen Mietendeckel lockergemacht wird!

Dieser Abend ist deshalb mehr als ein Nein zu Olympia. Er ist ein Signal gegen eine Politik der Prestigeprojekte und der Verdrängung. Gegen eine Stadtentwicklung, die Renditen wichtiger nimmt als bezahlbares Wohnen und soziale Sicherheit. Er ist ein Ja zu einem guten Leben für Alle!

Heute dürfen wir erstmal stolz sein.

Danke für euren Einsatz. Danke für eure Ausdauer. Danke dafür, dass ihr diese Kampagne getragen hast.

Das war ein gemeinsamer Erfolg.