MOIA in Hamburg: Privilegierter Partner trotz schlechter Arbeitsbedingungen?

David Stoop

Der On-Demand Fahrdienst MOIA, eine VW-Tochter, konnte die Fahrgastzahlen in diesem Jahr deutlich steigern. Bis September 2023 wurden 2 Millionen Fahrgäste befördert. Das ergibt eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Im gesamten Jahr 2022 waren es lediglich 1,4 Millionen. Insgesamt beschäftigt MOIA derzeit 1400 Mitarbeiter*innen, 900 davon als Fahrer*innen in Hamburg. Hamburg ist für MOIA von großer Bedeutung, weil hier ein Modellprojekt läuft: Den Planungen des Senats zufolge sollen ab 2026 erste autonom fahrende Fahrzeuge in den ÖPNV-Regelbetrieb aufgenommen werden. Zuletzt waren die Beschäftigten von MOIA in den Warnstreik getreten. Sie forderten bessere Arbeitsbedingungen sowie eine ordentliche tarifliche Vergütung. Aktuell liegt ihr Lohn nur knapp über dem Mindestlohn und damit weit unterhalb der Löhne in anderen Unternehmen des VW-Konzerns.

Dazu David Stoop, gewerkschaftspolitischer Sprecher Linksfraktion: „Die Antwort des Senats macht deutlich, wie wichtig MOIA für den ÖPNV der Zukunft ist. Klar wird aber auch: Der Senat kümmert sich wenig um die Arbeitsbedingungen und die Situation der Beschäftigten bei seinem Vertragspartner. Die Behauptung des Senats, Pinkelpausen seien für die Fahrer jederzeitmöglich, steht im Widerspruch zu deren Aussagen. Als großes Zukunftsprojekt von VW und der Stadt Hamburg sollte es selbstverständlich sein, dass bei MOIA gute Arbeit zum Standard wird. Dafür kämpfen die Beschäftigten, aber auch die Stadt ist in der Pflicht. Schließlich hat sie sich zum Ziel gesetzt, gute Arbeit in Hamburg zu fördern. Damit sollte sie bei ihren Vertragspartnern anfangenFür die Fahrer*innen ist es darüber hinaus besonders wichtig, dass die Prognose von Senat und MOIA, dass auch nach der Einführung selbstfahrender Autos keine Arbeitsplätze abgebaut werden müssen, in eine vertraglich zugesicherte Form gegossen wird, damit die Beschäftigten eine Zukunftsperspektive haben.“

Unsere Anfrage (Drs. 22/13176) hängt dieser PM an.

 

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