Bildungsveranstaltungen der Hamburger Linken von Oktober bis Dezember 2023

+++ Bildungsveranstaltungen der LINKEN Hamburg von Oktober bis Dezember 2023 mit Gerd Wiegel (Bundesvorstand DGB), Prof. Birgit Mahnkopf, Peter Sörgel (Bremen), und Berno Schuckart (verdi, AG betrieb & gewerkschaft Hamburg)


Teilnahmeinteressierte bitte anmelden unter: Regine.Brueggemann@t-online.de 


Freitag, 20. Oktober um 18 Uhr, Besenbinderhof 57A, Raum „Rethe

Gerd Wiegel, Bundesvorstand DGB

„Der aufhaltsame Aufstieg der AfD“

Kann die Erfolgsserie der AfD gestoppt werden? Ist Nordhausen ein Beispiel, wie es geht? Ist die wachsende Zustimmung zur AfD spiegelbildlich zum Ansehensverlust der „Ampel“ zu sehen? Was sagt die Analyse der Friedrich-Ebert-Stiftung zu dieser Entwicklung?

Friedrich Merz hat vollmundig die „Halbierung“ der AfD angekündigt. Tatsächlich haben wir eine Verdopplung der Zustimmungswerte. Was „leistet“ die CDU, um aus der „Brandmauer“ zur AfD eine „Zweckgemeinschaft“ von Konservatismus und Faschismus zu schmieden, wie sich das in Thüringen und anderswo darstellt?  Wie ernst steht es um den Erhalt der bürgerlichen Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland? Wie muss sich die Linke (groß und klein geschrieben) aufstellen, um den Aufstieg der AfD aufzuhalten? Welche (alten) Parolen haben sich erschöpft, welche (neuen) Inhalte und Methoden müssten folgen?  

Gerd Wiegel ist einer der profundesten Kenner der AfD und hat jahrelang für die LINKE im Bundestag gearbeitet. Der Politikwissenschaftler ist Schüler von Reinhard Kühnl, dem wir die besten Analysen zum historischen und aktuellen Faschismus in Deutschland zu verdanken haben. Jetzt ist Gerd Wiegel Leiter des Referats „Demokratie, Migrations- und Antirassismuspolitik“ beim DGB-Bundesvorstand. Müssen Linke, Gewerkschaftsbewegung und alle fortschrittlichen Kräfte im Kampf gegen die faschistische Gefahr den nächsten Gang einlegen? Wie könnte der aussehen?
Wir sind gespannt, was uns Gerd Wiegel dazu sagt.


Mittwoch, 1. November um 18.30 Uhr, „Kaffewelt“, Böckmannstr. 3

Prof. Dr. Birgit Mahnkopf

"Kapitalismus gegen Klima und Natur"

Die Entwicklung des Kapitalismus und die Entstehung der Klimakrise hängen ursächlich zusammen. Das Ausmaß der globalen Erwärmung hat sich seit Beginn des finanzmarkt-getriebenen, neoliberalen Kapitalismus dramatisch beschleunigt. Es bleiben nur wenige Jahre für eine Begrenzung der Klimakatastrophe. Obwohl es keine Aussicht gibt, dass der Kapitalismus in wenigen Jahren überwunden sein wird, ist es überlebensnotwendig, die Klimakrise zu begrenzen. Ein dramatisches Dilemma.

Wenn eine Überwindung des Kapitalismus also in den nächsten Jahren nicht realistisch ist, ist es für das Überleben der Menschheit notwendig, die umfassende Macht der Konzerne zu begrenzen, die mit der Förderung, Verarbeitung und Nutzung fossiler Energien gigantische Profite erzielen. Das wird nicht ohne Eingriffe in die Eigentumsverhältnisse möglich sein.
Und es ist überlebensnotwendig, das Wirtschaftswachstum als höchstes Ziel aller ökonomischen und politischen Tätigkeit zu überwinden - und zwar so, dass es nicht zu Massenarmut und -elend führt. Der Kapitalismus aber braucht eine erweiterte Reproduktion, also Wachstum. Das bedeutet immer ein mehr an Ressourcen-, auch an Energieverbrauch. – ein weiteres Dilemma. Wie kann eine Wende gelingen?

Dr. rer.pol. habil. Birgit Mahnkopf, Professorin (i.R.) für Europäische Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland.

Eine Veranstaltung der
Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt,
Energie und Verkehr


Freitag,  8. Dezember um 18 Uhr, „Kaffeewelt“, Böckmannstr. 3

Peter Sörgel / Berno Schuckart-Witsch

„Ukrainekrieg, Friedensbewegung und Gewerkschaften“

Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Ausrufung der „Zeitenwende“ durch Olaf Scholz „ gilt nichts mehr, was bisher gegolten hat“. Und: „Wir erleben einen kontinuierlichen Rechtsruck“ (Heribert Prantl). Was jetzt herrscht,  ist eine beispiellose Militarisierung der Medien und der öffentlichen Diskurse, die Verschärfung des Sozialabbaus zugunsten Aufrüstung und „100-Milliarden für die Bundeswehr“. Die arbeitenden Menschen bezahlen das mit Inflation, exorbitanten Erhöhungen der Lebensmittelpreise und massiven Kostensteigerungen für Wärme und Energie.

Wir sind Zeugen einer aggressiven ökonomischen und geopolitischen Blockbildung gegen das wirtschaftlich aufstrebende China unter Führung der USA (unter eifriger Mitwirkung der EU), mit allen Risiken für die Auslösung weltweiter ökonomischer Konflikte und Kriegsgefahren. Die Zustimmungswerte für die  europäischen  Rechtsradikalen und die AfD sind drastisch gestiegen. Die sozialökologische Wende bleibt auf der Strecke. Die Friedensbewegung ist gespalten, die LINKE wird als Friedenskraft nicht wahrgenommen. Als „Opposition“ gegen die unsoziale Politik der Bundesregierung und gegen kriegsverlängernde Waffenlieferungen an die Ukraine gilt  bedauerlicherweise  die AfD. 

Wo steht die Gewerkschaftsbewegung? Als Referenten für unsere Veranstaltung haben wir zwei Gewerkschafter gewonnen, die seit Jahrzehnten als Gewerkschafter und Friedenskämpfer aktiv sind. Peter Sörgel und Berno Schuckart/Witsch.
Peter Sörgel war von Ende der siebziger Jahre Mitglied des Betriebsrates und von Ende 1983 bis 1995 Betriebsratsvorsitzender der Bremer Klöckner-Hütte, einem Stahlbetrieb von damals 7.000 Beschäftigten. Er war ordentlicher Delegierter auf dem IG-Metall-Gewerkschaftstag 1983. Berno Schuckart-Witsch, Krankenpfleger und Dipl. Sozialpädagoge, war lange Jahre Mitarbeitervertreter in der Diakonie Hamburg und von 2011 bis 2018 ver.di-Gewerkschaftssekretär auf Bundesebene, FB Gesundheit und Soziales.


Freitag, 15. Dezember um 18 Uhr, „Kaffeewelt“,  Raum „Vera Joergensen“

Christiane Schneider

Die  Linke und die Menschenrechte - ein schwieriges Verhältnis

Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die UNO als Konsequenz aus dem furchtbarsten Verbrechen gegen die Menschheit die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. 75 Jahre später sind die Menschenrechte vor dem Hintergrund der globalen Krisen weltweit unter Druck, nicht zuletzt in Europa. Die  Linke ist gefordert, die Menschenrechte zu verteidigen. Aber ist sie bereit? Die sozialistische Grundströmung des späten 18., frühen 19. Jahrhunderts entstand als Bewegung für die Einlösung der Menschenrechte, doch das Verhältnis sozialistischer/kommunistischer Organisationen zu den Menschenrechten blieb umstritten, bis heute. 

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