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Sicher Wohnen

statt Miet-Abzocke

Du hast Probleme mit deiner aktuellen Wohnsituation, willst mehr über die Mietenkrise wissen oder dich gemeinsam mit deinen Nachbar*innen gegen deinen dreisten Vermieter wehren? Dann findest du auf dieser Seite Wissen und Angebote. 

Mieten steigen nicht, sie werden erhöht!

In Deutschland herrscht ein Mieten-Notstand: Die Mieten sind viel zu hoch, aber viele Häuser bleiben marode - oder stehen leer. Vor der nächsten Nebenkostenabrechnung kriegen viele Angst. Und wer umziehen muss, kann es gleich vergessen - man findet keine bezahlbare Wohnung mehr.

Mietwucher ist kein Naturgesetz: Verantwortlich dafür sind dreiste Vermieter und reiche Immobilienkonzerne wie Vonovia und Co. In ihren komplizierten Abrechnungen verstecken sich oft etliche Heizkostentricks und Mieterhöhungen. Die Folge: Wir zahlen, während sie richtig Kasse machen.

Mehr Infos dazu findest auch hier: https://www.mietabzocke-stoppen.de/

 

Hohe Mieten: Woran liegt es und was können wir tun?

Hier erklären wir, was hinter Begriffen wie Mieterinnenschutz, Mietpreisbremse, Mietendeckel, Zweckentfremdung und Enteignung steckt. Und wir zeigen, was sich ändern muss, damit Mieterinnen nicht länger von  profitorientierten Vermieter*innen abgezockt werden.

Woran liegt es?

Auch wenn es oft so erscheint, Mieten können nicht willkürlich festgelegt werden. Sie sollen sich nach vergleichbaren Wohnungen richten. In Hamburg legt der Mietenspiegel fest, was als „ortsübliche Vergleichsmiete“ gilt.  Anders als der Name vermuten lässt, zeigt er nicht die durchschnittliche Miete aller Wohnungen in Hamburg. Vielmehr betrachtet er nur die Mieten, die sich in den vergangenen sechs Jahren verändert haben, sei es durch Mieterhöhungen oder durch die Wiedervermietung einer Wohnung. Wohnungen, die mit öffentlichen Geldern gefördert wurden und niedrigere Mieten haben (z.B. Sozialwohnungen), werden nicht berücksichtigt. Kein Wunder also, dass der Mietenspiegel laufend ansteigt, wenn er fast nur die höheren Mieten berücksichtigt.  

Die Mietpreisbremse begrenzt auf Basis der ortsübliche Vergleichsmiete die Miethöhe bei Neuvermietungen: Vermieter*innen dürfen die ortsübliche Vergleichsmiete nur um höchstens 10 % überschreiten … doch leider gibt es auch eine ganze Menge Ausnahmen davon.

Im Zusammenspiel produzieren Mietenspiegel und Mietpreisbremse die immer weitere Erhöhung der Mieten: Da der Mietenspiegel vor allem höhere Neuvertragsmieten abbildet und die Bremse Aufschläge darauf erlaubt, verschiebt sich das zulässige Mietniveau immer weiter nach oben. Es handelt sich also um einen Mieterhöhungsspiegel!

 

Mieten, die mindestens 20 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete aus dem Mietenspiegel liegen, können ordnungswidrig sein. Ab 50 % kann sogar strafbarer Mietwucher vorliegen!

Das Besondere: Nicht die Mieter*innen, sondern die Behörden sind dafür zuständig, die überhöhten Mieten zu verfolgen und können Bußgelder an dreiste Vermieter*innen verhängen. Während in Frankfurt bereits hunderttausende Euro illegal eingetriebener Miete an die Mieter*innen zurückgezahlt wurden, bearbeitet Hamburg Verdachtsmeldungen der Mieter*innen nicht und lässt illegale Mieten ungestört weiter wuchern.

Zahlst du Mietwucher? Mach hier den Check: mietwucher.app

Immer mehr Vermieter*innen stellen Möbel in ihre Wohnungen, um diese als „möbliert“ vermieten zu können - besonders verbreitet ist das auch bei WG-Zimmern. Dadurch können sie zusätzlich zur Miete einen Möblierungszuschlag erheben. Da dessen Höhe nicht ausgewiesen werden muss, können sie so die Mietpreisbremse umgehen und treiben die Mieten in die Höhe. 

Wir fordern deswegen, dass Möblierungen genehmigungspflichtig werden müssen. Außerdem müssen Möblierungszuschläge im Mietvertrag ausgewiesen und begrenzt werden, damit mit der Möblierung die Mietpreisbremse nicht mehr umgangen werden kann.

Im Schnitt sind möblierte Wohnungen ganze 6 €/m2 teurer als unmöblierte Wohnungen!

Wohnungen sind für uns zum Wohnen da, nicht um mit Zweckentfremdung fette Gewinne zu machen.  2022 standen knapp 20.000 Wohnungen in Hamburg leer – davon fast 7.000 länger als ein Jahr! Leerstand ist zwar genehmigungspflichtig, doch nur in 2.300 Fällen hatte die Behörde überhaupt Kenntnis davon.

Auch die Umnutzung als Ferienwohnung ist eine Zweckentfremdung, für die eine Wohnraumschutznummer notwendig ist. 2025 waren 13.502 dieser Nummern vergeben. Ein Stadtteil „Ferienwohnungen“ wäre also etwa so groß wie St. Pauli.

Weniger Wohnungen zum Wohnen verstärken den Wohnungsmangel und führen zu höheren Mieten, die viele Menschen in ihrer Not dann zähneknirschend akzeptieren (müssen). Um das zu stoppen, braucht es auch ausreichend Personal in den Wohnraumschutzämtern, Enteignung von spekulativem Leerstand und ein Zweckentfremdungsverbot sowie ein transparentes Register über Eigentumsverhältnisse, Leerstand und Ferienwohnungen.

Was wir fordern!

Sozialwohnungen sind staatlich geförderte Mietwohnungen, deren Mieten und Belegung über viele Jahre geregelt sind. Vermieter*innen verpflichten sich, nur an Haushalte mit niedrigem Einkommen zu vermieten und nicht mehr als die festgelegte Miete zu verlangen. Dafür erhalten sie öffentliche Fördermittel. Nach Ablauf der sogenannten Bindung – meist nach 30 Jahren – können die Wohnungen aber zu Marktpreisen und an alle Haushalte vermietet werden.

In Hamburg gab es Anfang 2025 nur rund 79.000 Sozialwohnungen, während über 600.000 Haushalte Anspruch darauf haben könnten. Das heißt: Die wenigsten Hamburger*innen finden überhaupt eine geförderte Wohnung, selbst wenn sie ein Anrecht hätten! Da jährlich mehr Bindungen auslaufen als neue Wohnungen hinzukommen, sinkt der Bestand stetig – obwohl der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum weiter steigt. Statt nur 30% der jährlichen Neubauwohnungen öffentlich zu fördern, fordern wir erheblich mehr sozialen Wohnungsbau mit dauerhaften Bindungslaufzeiten. Damit sich alle Hamburger*innen auch angemessenen Wohnraum in Hamburg leisten können!

Die SAGA, Hamburgs größte Vermieterin, gehört der Stadt und damit uns allen. Doch statt ihrem sozialen Anspruch gerecht zu werden, macht sie jedes Jahr fette Gewinne, die dann in Hamburgs Haushalt fließen. 2024 nahm sie allein durch Mieterhöhungen 6,3 Mio. € ein, steigerte ihren Gewinn auf 283 Mio. €!

Gleichzeitig stagniert der Neubau, werden Mängel nicht beseitigt und die Interessen der Mieter*innen beiseite gewischt.

Die SAGA könnte so viel mehr sein, wenn der Hamburger Senat nur wollen würde: Sie könnte ihre Gewinne in Neubau und Instandhaltung reinvestieren, auf Mieterhöhungen verzichten und so für alle Mieter*innen in Hamburg den Mietenmarkt spürbar entlasten! Wir fordern deswegen eine gemeinwohl- statt eine gewinnorientierte SAGA!

Deckel drauf – damit die Mieten sinken statt steigen. Ein Mietendeckel soll Mieterhöhungen in bestehenden Verträgen stark begrenzen, Neuvermietungsmieten deckeln und überhöhte und illegale Mieten absenken. 

So würden viele Haushalte finanziell entlastet und die Umverteilung von unten nach oben über hohe Mieten ausgebremst! Für die Linke ist der Mietendeckel das zentrale Instrument, um Wohnen bezahlbar zu machen – statt Profite von Vermieter*innen zu sichern.

Der Berliner Mietendeckel (2020–2021) zeigt die Wirksamkeit: Er senkte Mieten um durchschnittlich 11% und stoppte die Preisspirale nach oben. Leider sagte das Bundesverfassungsgericht, dass ein Bundesland wie Berlin keinen Mietendeckel einführen darf. Das geht nur mit einem Bundesgesetz. Darum fordern wir einen bundesweiten Mietendeckel – der wäre verfassungskonform!

Neben einem Mietendeckel fordert Die Linke auch die Enteignung großer, profitorientierter Wohnungsunternehmen und deren Überführung in die öffentliche Hand. Grundlage sind Artikel 14 und 15 des Grundgesetzes, die es erlauben, Eigentum zum Wohl der Allgemeinheit zu entziehen.

Für uns ist das eine Konsequenz aus einem Wohnungsmarkt, dessen Profitorientierung Mieten hochtreibt und Menschen aus ihrem Zuhause verdrängt. Enteignung zielt nicht auf kleine Eigentümer*innen oder gemeinnützige Wohnungsunternehmen, sondern auf große Konzerne wie Vonovia oder Heimstaden, die Wohnraum wie ein Finanzprodukt behandeln. Ihre Bestände könnten von Städten, kommunalen Unternehmen oder Genossenschaften übernommen und dauerhaft bezahlbar bewirtschaftet werden. So wird Wohnen Schritt für Schritt dem Markt entzogen und als das behandelt, was es ist: ein Grundrecht und kein Spekulationsobjekt.

Interesse dich zu organisieren?

Werde Teil der Mietenkampagne der Linken!

Unser Ziel ist klar: ein bundesweiter Mietendeckel! Durch die bundesweite Mietenkampagne der Linken bauen wir Druck von unten auf und machen so den bundesweiten Mietendeckel zum zentralem Thema der Linken.

Dafür gehen wir von der Linken Hamburg dorthin, wo das Problem spürbar ist: in die Stadtteile und an die Haustüren. Wir sprechen mit Mieterinnen und Mietern, hören zu und sammeln ihre Erfahrungen mit Mietabzocke, kaputten Wohnungen und Verdrängung. Viele stehen mit ihren Problemen allein da – das wollen wir ändern.

In der Kampagne bringen wir diese Menschen zusammen. Aus einzelnen Sorgen wird gemeinsamer Widerstand. Gemeinsam mit den Mieter*innen helfen wir bei konkreten Mietproblemen und machen gleichzeitig Druck auf Politik und Wohnungsunternehmen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass sich etwas ändert – nicht irgendwann, sondern jetzt.
 

Werde Teil der Mieter*innen-Bewegung:

  • Ins Gespräch kommen: Geh mit uns an die Haustüren, an Infostände und in die Stadtteile. Wir hören zu, was Mieterinnen und Mieter beschäftigt, und zeigen auf das die Linke hilft. Gemeinsam laden wir die Menschen ein, sich zu organisieren.
  • Probleme dokumentieren: Wir dokumentieren Fälle von zu hohen Mieten, Schimmel, kaputten Wohnungen oder Modernisierungsankündigungen in den Bezirken. Wir machen diese Fälle über Social Media oder Veranstaltungen sichtbar. So können wir zeigen, dass das keine Einzelfälle sind, sondern ein strukturelles Problem, geschaffen von dreisten Vermietern und investorenfreundlicher Politik.
  • Nicht allein lassen: Wir unterstützenMieterinnen und Mieter bei den ersten Schritten, zum Beispiel durch Verweise auf die Mietwucher-App, den Heizkosten-Check, Beratungsangebote z.B. der Mietervereine oder Treffen der Kampagne. Angebote wie „Die Linke hilft“ spielen dabei eine wichtige Rolle.
  • Wissen weitergeben: Wenn du dich mit Mieten und Wohnen auskennst, teile dein Wissen. Hilf dabei, Informationen verständlich aufzubereiten und gemeinsam Material für Veranstaltungen, Aktionen und Gespräche zu entwickeln.
  • Zusammenkommen vor Ort: Wir bauen gemeinsam lokale Mieter*innengruppen auf und helfen dabei, regelmäßige Treffen im Stadtteil zu organisieren.
  • Laut und sichtbar werden: Wir zeigenauf wie akut der Mietennotstand in Hamburg ist.Mach die Kampagne sichtbar, bei Aktionen, auf der Straße, online, mit Flyern und Veranstaltungen. Je mehr Menschen davon erfahren, desto größer wird der Druck auf Politik und Vermieter!

Melde dich mit deinen Ideen bei den Verantwortlichen der Mietenkampagne in deinem Bezirk oder komm zu einem der nächsten Termine, die du hier auf der Webseite findest. In vielen Stadtteilen wird bereits gemeinsam gegen hohe Mieten gearbeitet und die Genossinnen und Genossen freuen sich über deinen Einsatz.

Kontakt: mietendeckel@die-linke-hamburg.de

oder hier: https://www.mietabzocke-stoppen.de/

 

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