Zu wenig Zahnärzt*innen, undurchsichtige Strukturen: Versorgung sicherstellen!

Olga Fritzsche

In drei der sieben Hamburger Bezirke machen sich Zahnärzt*innen rar: Eine Anfrage der Linksfraktion hat ergeben, dass Harburg und Bergedorf mit einem Versorgungsgrad von 90 Prozent mittlerweile unterversorgt sind – in Wandsbek sind es immerhin noch 98 Prozent. Anders als etwa bei Hausärzt*innen ist Hamburg bei den Zahnärzt*innen nicht ein Planungsgebiet - hier ist jeder Bezirk für sich ein eigenes. In der Senatsantwort auf unsere Anfrage wird trotz dieser Zahlen eine Unterversorgung bestritten. Zudem gibt es immer mehr „Zahnmedizinische Versorgungszentren“ in Hamburg - waren es im April 2022 noch 29 an 40 Standorten, waren es im September 2023 – also nur anderthalb Jahre später – schon 35 an 47 Standorten.

Dazu Olga Fritzsche, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Dass der Senat keine Unterversorgung sieht, überrascht mich schon. Denn ein Versorgungsgrad von rund 90 Prozent in zwei Bezirken ist halt genau das: eine Unterversorgung! Hamburg muss mehr Unterstützung leisten, damit sich Zahnärzt*innen in den unterversorgten Stadtteilen niederlassen. Sorgen macht uns aber auch die Zunahme der MVZ bei den Zahnärzt*innen. Denn hinter denen stehen mitunter Finanzinvestor*innen, denen es nicht um das Gemeinwohl geht, sondern um die eigene Rendite. Für Patient:innen ist es dann überhaupt nicht erkennbar, ob eine Behandlung womöglich nur mit einem wirtschaftlichen Ziel angeboten wird. Die Linksfraktion fordert deshalb in einem ersten Schritt ein Transparenzregister über Eigentumsstrukturen im Gesundheitswesen und dann Regelungen, um Gewinnausschüttungen an Dritte zu verbieten.“

Unsere Anfrage (Drs. 22/14036)