Überlastete und unterfinanzierte Hilfsangebote: Zur „Familienstadt“ ist es in Hamburg noch ein ganz weiter Weg

Insa Tietjen

„Wir gestalten die Familienstadt Hamburg: sozial, gerecht und aktiv“, so verspricht die SPD in der Aktuellen Stunde der heutigen Bürgerschaftssitzung.

Dazu Insa Tietjen, kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die SPD feiert Hamburg als Familienstadt. Dabei verschärft sich in vielen Bereichen die Lage für Kinder und Familien gerade im Moment. Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen ist um mehr als zwanzig Prozent gestiegen. Der lange verschleppte Fachkräftemangel sorgt für gravierende Probleme in Kitas, den Einrichtungen der Jugendhilfe und auch beim Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) – das wissen wir auch aus etlichen Rückmeldungen und Brandbriefe aus diesem Bereich. Um diesen Problemen auch nur im Ansatz sozial und gerecht begegnen zu können, muss die soziale Infrastruktur Stadt bedarfsgerecht ausfinanziert, ausgebaut und inklusiv gestaltet werden. Dazu gehören Einrichtungen der Offenen- Kinder und Jugendarbeit, Kinder- und Familienzentren und Angebote der Jugendsozialarbeit. Bis Hamburg wirklich zu einer Familienstadt werden kann, ist es nun wirklich noch ein weiter Weg.“

Insa Tietjen zum Kompromiss der Bundesregierung zur sogenannten „Kindergrundsicherung“: „Ministerin Paus ist mit 12 Milliarden gestartet und nun bei 2,4 Milliarden gelandet. Dies wird in Hamburg die Armut bei Kindern Jugendlichen nicht bekämpfen und weiter immense Folgekosten verursachen, die aus dieser Armut resultieren. Es ist schwer vermittelbar, dass es hier keinen Aufschrei aus dem Hamburger Senat gibt – das Ganze ist ein Schlag ins Gesicht für armutsbetroffene Familien.“