Trotz Überfüllung und Überlastung: Senat verweigert Lösungen beim Kinder- und Jugendnotdienst

Hamburgs KJND ist überfüllt und überlastet. Eine Anfrage der Linksfraktion zeigt eine dramatische Lage: Mit der Verstetigung der auf dem Gelände des KJND aufgestellten Wohncontainer verfügt dieser mittlerweile über 155 Plätze, dennoch sind mittlerweile schon wieder schutzbedürftige junge Menschen in der Turnhalle untergebracht. Ende September befinden sich nach Angaben des Senats mindestens 256 Kinder und Jugendliche im KJND - alle haben leidvolle Erfahrungen hinter sich. Wie hier der Schutzauftrag noch gewährleistet werden kann und die Kinder und Jugendlichen die Hilfe bekommen können, die sie brauchen und die ihnen zusteht, bleibt ein Rätsel – erst recht beim Blick auf die vielen unbesetzten Stellen beim KJND: Dies gilt im pädagogischen Bereich, aber auch in der Logistik, Verwaltung und beim Service. Auch die teils wochen- und sogar monatelange Verweildauer junger Menschen in dieser völlig überfüllten Großeinrichtung ist untragbar.

Dazu Sabine Boeddinghaus, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Situation im KJND macht sprachlos: Die Verhältnisse, unter denen die Kinder und Jugendlichen dort leiden, sind untragbar – schließlich soll der KJND für sie doch ein sicherer Ort sein. Dabei ist es egal, ob sie bei uns aufgewachsen sind und aufgrund von Gewalt- und Missbrauchserleiden in Obhut genommen wurden oder ob sie die Flucht überlebt haben. Ich habe den größten Respekt vor den Fachkräften im KJND, die sich Tag für Tag mit aller Kraft bemühen. Doch der Senat kann nicht ernsthaft so tun, als habe er die Lage im Griff. Wir hatten beantragt, den KJND neu zu konzeptionieren. SPD und Grüne haben das in der Bürgerschaft abgebügelt – offenbar ist es ihnen schon zu riskant, unseren Antrag im Familienausschuss fachpolitisch transparent und offen zu besprechen. Eine eigene tragfähige Lösung haben sie aber auch nicht. Der KJND muss dezentralisiert werden und Träger, die sich in der Arbeit mit schutzbedürftigen jungen Menschen auskennen und engagieren wollen, benötigen sichere und verlässliche Rahmenbedingungen für diese anspruchsvolle Aufgabe.“

Unsere Anfrage (Drs. 22/12985)

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