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Otto macht Konzernbereich dicht: Schlag ins Gesicht der Hamburger:innen

David Stoop
Olga Fritzsche

Mit Michael Otto verbinden die meisten Hamburger:innen den erfolgreichen Kaufmann des Otto-Imperiums, der sich für Umweltschutz und für seine Beschäftigten einsetzt. Für sein soziales Engagement wurde er schon mehrfach ausgezeichnet - und zum Ehrenbürger der Stadt gemacht. Daher schockiert es nun zu hören, dass die zur Otto Group gehörende Hermes Fulfilment in Hamburg plant, 840 Stellen ins Ausland nach Polen und Tschechien zu verlagern. Das Durchschnittsalter der in Hamburg betroffenen Beschäftigten aus über 69 Nationen liegt bei über 50 Jahren – viele davon sind jetzt akut von sozialer Armut betroffen. Besonders schwer werden es die fast 100 Schwerbehinderten auf dem Arbeitsmarkt haben. Angesichts der besonderen sozialen Bedeutung des Unternehmens hat DIE LINKE die geplante Schließung von Hermes Fulfilment in der heutigen Bürgerschaft zur Debatte angemeldet.

Dazu David Stoop, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Otto konnte in der Krise seine Umsätze sogar steigern. Da ist es völlig unverständlich, dass das Unternehmen jetzt Entlassungen plant. Das ist ein Schlag ins Gesicht der vielen kleinen Unternehmen, die um ihre Existenz kämpfen und es ist ein Schlag ins Gesicht der Hamburgerinnen und Hamburger, die mit ihren Steuergeldern Rettungsschirme finanzieren, um Arbeitsplätze zu sichern.“

Olga Fritzsche, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion ergänzt: „Im Hinblick auf ökologische Nachhaltigkeit kann es auch keine gute Entscheidung sein, alle Retouren durch halb Europa zu fahren, bevor sie bearbeitet werden. Eine Dezentralität kann dabei nur Vorteile haben. Die OTTO Group gehört zu den Unternehmen, die in der Coronazeit deutlich mehr Gewinne erzielen konnten als vorher. Einen kleinen Teil dieses Geldes nicht den privaten Vermögen zuzuführen, sondern in den Erhalt von Arbeitsplätzen und in die ökologische Nachhaltigkeit zu investieren ist unternehmerische Verantwortung für Hamburg.“


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