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Nächtlicher Fluglärm rasant angestiegen: Schnelles Handeln erforderlich

Stephan Jersch

Die Zahl der nächtlichen Starts und Landungen am Hamburger Flughafen ist im laufenden Jahr sprunghaft gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Zwischen 23 und 0 Uhr dürfen Flugzeuge eigentlich nur in Ausnahmefällen starten und landen und bis 6 Uhr in Notfällen. Doch bereits Mitte August wurden 550 nächtliche Flugverspätungen gezählt – so viele, wie eigentlich für das ganze Jahr 2022 prognostiziert worden waren. Dazu Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion: „So viele Landungen nach 23 Uhr sind mit einem Stadtflughafen und der Gesundheit der Bevölkerung unvereinbar. Selbst für Flugverkehr nach Mitternacht werden in Hamburg noch Genehmigungen erteilt. Das darf so nicht sein. Es ist, als wären die verschiedenen Pläne zur Fluglärmreduzierung an Corona gestorben.“

Die vom Senat gelieferten Zahlen für die Monate Juni bis August zeigen zudem, dass wenige Airlines und Flugstrecken für einen großen Teil der Probleme verantwortlich sind. Dazu Jersch„Die Ansprache dieser Airlines muss schneller und deutlicher erfolgen. Die bisherigen Regelungen reichen nicht. Das Kriterium, welche verspätete Landung 'unvermeidbar' ist, muss schärfer gefasst werden. Als ersten Schritt müssen alle Starts nach 23 Uhr für Linien- oder Tourismusflüge als vermeidbar eingestuft und nicht genehmigt werden. Das träfe vor allem zwei Billigflieger, die knapp 99 Prozent dieser Starts durchführten.“

Weiter fordert Jersch„Der Senat muss schnell handeln. Es reicht nicht, auf die zu Ende gehende Urlaubssaison zu verweisen. Nicht nur Passagiere warten auf ihre Koffer – vor allem warten Anwohner:innen auf ihre Nachtruhe. Der 21-Punkte-Plan von 2015 muss neu belebt werden und neue, wirksame Maßnahmen müssen hinzugefügt werden.“

Anlage: Drucksache 22/9259

 

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