Gegen den Fachkräftemangel: Linksfraktion fordert Hamburger Ausbildungsplatzumlage

Insa TietjenOlga Fritzsche

Die Linksfraktion will Hamburgs Ausbildungsunternehmen stärken. Nach dem Vorbild der rot-rot-grünen Regierung in Bremen fordert die LINKE den Senat in einem Antrag für die Bürgerschaft auf, eine Ausbildungsplatzumlage ab dem Ausbildungsjahr 2024/25 zu erarbeiten. Bereits in der Vergangenheit hatte unter anderem der Hamburger DGB die Einführung einer Umlage auf Landesebene gefordert. Der Antrag der Linksfraktion sieht vor, dass an einem festzulegenden Stichtag jedes Unternehmen pro abgeschlossenen Ausbildungsvertrag eine Summe von etwa 2.500 Euro erhält. Zugleich zahlt jedes Unternehmen etwa 0,3 Prozent der Bruttolohnsumme in den Ausbildungsfonds ein. Lediglich kleine Unternehmen sollen von dieser Regelung ausgenommen werden.

Dazu Insa Tietjen, ausbildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: "Mit dem Ausbildungsfonds hat Bremen als erstes Bundesland diese Maßnahme umgesetzt, die die Ausbildung für Unternehmen attraktiver macht. Derzeit landen leider noch viele junge Menschen in einer Ausbildungsvorbereitung, aus der es dann zu oft keinen Übergang in einen gesicherten Ausbildungsplatz gibt. Durch die Umlage können wir mehr junge Menschen direkt in die Ausbildung bringen und ihnen so eine berufliche Perspektive bieten. Gleichzeitig bietet eine solche Prämie für besetzte Ausbildungsplätze den Unternehmen die Chance, in die Qualität ihrer Ausbildung zu investieren, ihr Unternehmen dadurch attraktiver zu machen und die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu verringern. Davon können auch Branchen profitieren, in denen es zurzeit zu wenige Bewerber*innen gibt."

Olga Fritzsche, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion: "Unternehmen, die junge Menschen ausbilden und ihnen eine berufliche Perspektive bieten, werden derzeit zu wenig gewürdigt. Alle Betriebe in Hamburg sind auf Fachkräftenachwuchs angewiesen, aber nicht alle beteiligen sich gleichermaßen an der Ausbildung der Fachkräfte von morgen. Daher ist diese Umlage ein Baustein, um die Ausbildungskosten gerechter zu verteilen und Unternehmen, die diese wichtige Arbeit leisten, zu stärken. Das betrifft vor allem auch zukunftsträchtige Branchen, die die sozial-ökologische Transformation mit stemmen und stärkt das Handwerk in Hamburg. Gegenwärtig erleben wir gleichzeitig eine wachsende Arbeitslosigkeit und ein Problem mit der Nachwuchsgewinnung in vielen wichtigen Ausbildungsberufen – langfristig wird sich das nur lösen lassen, wenn die Unternehmen bereit sind, bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen zu bieten."

Unser Antrag hängt dieser PM an.

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