Die Stufen der industriellen Akkumulation vom Anfang bis heute. Betrachtet von Joachim Bischoff

Eine Veranstaltung des Altonaer Bildungsprogramm und der Kommunistischen Platform/Clara Zetkin

In dem Bericht zur sozialen Ungleichheit 2024 Inequality Inc. stellt Oxfam fest: Seit 2020 haben die reichsten fünf Männer der Welt ihr Vermögen verdoppelt. Im gleichen Zeitraum sind Not und Hunger  für viele Menschen weltweit tägliche Realität. Bernie Sanders schreibt: Noch nie in der Geschichte der Menschheit haben so wenige so viel besessen. Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit gab es eine solche Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen. Noch nie in der Geschichte gab es eine so große Konzentration von Eigentum, noch  eine Milliardärsklasse mit so viel politischer Macht. Und nie zuvor haben wir ein derartiges Ausmaß an Gier, Arroganz und Verantwortungslosigkeit der herrschenden Klasse erlebt. In den Vereinigten Staaten besitzen drei Personen mehr Vermögen als die untere Hälfte der Gesellschaft, während über 60 % der Arbeitnehmer von der Hand in den Mund leben.

Trotz massiver Steigerungen der Arbeitsproduktivität und einer explosionsartigen Entwicklung der Technologie sind die realen Wochenlöhne des amerikanischen Durchschnittsarbeiters heute niedriger als noch vor 50 Jahren. Aber, wie Oxfam betont, ist dies eindeutig nicht nur ein amerikanisches Problem. Es ist ein globales Problem.
Technik und Digitalisierung sind keine Subjekte, die irgendetwas von uns wollten. Sie sind nichts anderes als Werkzeuge. Weder verlängern noch verkürzen sie Arbeitszeit oder verdichten sie, sie verlangen auch keine an sie angepassten Arbeitszeiten. Es sind Kapitalisten, die das verlangen! Zwar ist der Lohnarbeiter frei einen Arbeitsvertrag zu unterzeichnen, er kann kündigen oder gekündigt werden. Doch da er über kein Vermögen, sondern nur über Einkommen aus Arbeit verfügt, ist er nicht wirklich frei. Wie jede andere Ware  auch hat auch die Ware Arbeitskraft einen Gebrauchswert.  Das ist ihre Fähigkeit zu arbeiten. Sie hat aber noch einen zweiten Gebrauchswert, sie  kann mehr Wert erzeugen als sie zu ihrer Reproduktion verbraucht. Keine andere Ware kann das. Sie geben stets nur Wert ab, erzeugen aber keinen Neuwert, kein Mehrprodukt, keinen Mehrwert. Nach einer bestimmten Zeit im Tagesgeschäft arbeitet der Arbeiter nicht mehr für seinen Lohn, sondern gratis für den Kapitalisten. Das ganze kapitalistische System dreht sich darum, diese Gratisarbeit zu verlängern, um z.B in der Güterproduktion Lohnstückkosten zu senken. Dieses System der Lohnarbeit ist ein System der Sklaverei, und zwar einer Sklaverei, die im selben Maß härter wird, wie sich die gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit entwickeln.

Wir wollen die Entwicklung des kapitalistischen Produktionssystems näher betrachten, d.h. vor allem die letzte Stufe mit der Digitalisierung und De-Karbonisierung.

Ort und Zeit: Geschäftsstelle DIE LINKE, Burchhardstr.  21, 20095 Hamburg

Mittwoch, 21. Februar um 18.30 Uhr.

 

Veranstaltungsort: Landesgeschäftsstelle

Burchardstraße 21 (4. Stock)
20095 Hamburg