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8. März 2013 Sabine Wils

Zweiter Jahrestag der Fukushima Katastrophe: Das Restrisiko ist Realität geworden

By Digital Globe [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Am 11. März jährt sich der atomare Super-Gau in Fukushima zum zweiten Mal. Hierzu erklärt Sabine Wils, MdEP DIE LINKE. im Europaparlament: 

"Eines steht nicht erst nach den furchtbaren Ereignissen von Fukushima fest: Atomenergie kennt kein „Restrisiko“. Sie ist im Falle eines Störfalls unkalkulierbar gefährlich. Wer angesichts der tragischen Umstände an Japans Nordostküste von „Restrisiko“ spricht, verhöhnt die Opfer dieser Katastrophe."

Bereits zwei Jahre nach dem Super-Gau in Fukushima werden die Folgen für die Menschen sichtbar. Die Geburtenzahl ging neun Monate nach der Katastrophe - wie in Tschernobyl - zurück. Die Säuglingssterblichkeit stieg.

Bei über 55000 Kindern allein in der Präfektur Fukushima wurden Schilddrüsenveränderungen, eine Vorstufe zu Krebs, festgestellt.

Der Ärzteverband IPPNW rechnet nach konservativen Schätzungen mit 77000 durch Strahlenbelastung und kontaminierte Lebensmittel verursachte Krebserkrankungen. Bei den Arbeitern von Tepco werden weitere 17000 Fälle erwartet.

Aber nicht nur gesundheitliche Folgen drohen den Opfern. Nach der Evakuierung kämpfen viele von ihnen mit Stigmatisierung, ob an der neuen Schule oder im Beruf. Auch leiden sie darunter, möglicherweise nie in ihre Heimat zurückkehren zu können.

Zusätzlich zu der riesigen Atomruine und Unmengen kontaminierten Wassers fällt bei der teuren und wenig effektiven Dekontamination neuer strahlender Müll an. Dabei werden Umweltauflagen missachtet und gezielt die Umgebungen von Messstationen gesäubert.

"Als sogenannter 'Ausweg' wird in Osaka radioaktiver Abfall verbrannt. Dies gefährdet unmittelbar  sowohl die Arbeiter der Müllverbrennungsanlage als auch die Anwohner im weiteren Umfeld. Ein Teil der Radioaktivität wird über den Schornstein in die Umwelt gelangen, der andere Teil über die Asche ins Meer", empört sich Sabine Wils.

Die Europaabgeordnete unterstützt die geplanten Anti-AKW Proteste in Deutschland. Bei der Aktions- und Menschenkette auf einer 350 km langen Strecke um das AKW Grohnde in Hannover wird Sabine Wils dabei sein und ruft zum Mitmachen auf.

"Die Atomenergie ist keine Brückentechnologie. Diese Brücke ist in Fukushima endgültig eingestürzt", so Wils.

"Die Antwort auf die Klima- und Energiekrise heißt nicht Atomkraft, sondern eine radikale Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und ein sozial-ökologischer Umbau der kapitalistischen Wirtschaftsweise", so Sabine Wils abschließend.