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20. Mai 2008 Bürgerschaftsfraktion, Landesvorstand

Wir verurteilen jegliche Gewalt gegen Frauen.

In der letzten Woche wurde die 16-jährige Deutsch-Afghanin Morsal von ihrem 23-jährigen Bruder in Hamburg getötet. Die Bürgerschaftsfraktion und der Landesverband Hamburg DIE LINKE sind zutiefst betroffen und entsetzt über diese Tat.

Die Landesprecherin der LINKEN, Zaman Masudi, und die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Kersten Artus erklären: "Gezielte Gewalt gegen Frauen gibt es überall auf der Welt und ist Ausdruck der patriachalen Strukturen der Gesellschaft. Diese unfassbare Tat zeigt leider, dass Mädchen und Frauen auch in dieser Stadt unzureichend vor männlicher Gewalt, gerade und vor allem in der Familie, geschützt werden. Wir warnen davor, den Mord an der 16-jährigen Morsal zum Anlass zu nehmen, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus zu schüren. Wenn ein deutscher Mann seine Frau erschlägt, wird von einem Familiendrama gesprochen, wenn ein österreichischer Mann seine Tochter 24 Jahre lang lebendig beerdigt, wird er zum Monster tituliert. Wenn aber ein ausländischer Mann seine Frau oder Schwester tötet, wird ganz schnell Abschiebung gefordert und die tat als "kulturelle Eigenart" begründet. Gewalt gegen Frauen darf nicht mit kulturellen  Eigenarten begründet werden. Gewalt gegen Frauen ist ein Kapitalverbrechen - egal wie sie benannt wird - ob Ehrenmord, Inzest, Vergewaltigung, erweiterter Suizid."

DIE LINKE. Hamburg fordert eine ausreichende, kontinuierliche und abgesicherte Finanzierung für Schutzräume, unter anderem Frauenhäuser sowie ein gesichertes Aufenthaltsrecht für Frauen, unabhängig von Status der Ehemänner. Außerdem benötigt Hamburg spezielle Schutzräume für Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund, einen Ausbau von interkulturellen Beratungsstellen. Wir plädieren zudem für Präventionskampagnen in Schulen zu Vorurteilen und Rollenzuweisungen und/oder Plakataktionen nach Berliner Vorbild: Ehre ist, für die Freiheit meiner Schwester zu kämpfen.