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17. Mai 2010 Bürgerschaftsfraktion

Wilhelmsburg kommt unter die Räder! LINKE fordert vernünftige Stadtentwicklung statt PR-Events

"Wilhelmsburg kommt auf die Räder!" - mit diesem schönen Motto kündigt die IBA Hamburg eine erstmalige "Wilhelmsburger Radwoche" vom 27. Mai bis 6. Juni 2010 an. Mit Vorträgen, "Road-Movies", Radtouren und sonstigen "Mitmachaktionen" sollen Themen wie "Wasserstadt Hamburg" "Interkulturelles Hamburg" und "Tatort Wilhelmsburg" vermittelt werden. Zudem wird das IBA-Labor "RAD 2010" angekündigt, das auch der Vorbereitung eines ganztägigen "Fahrradfestes mit großem Elbinsel-Radrennen" im Rahmen der igs 2013 dienen soll. Die Fraktion DIE LINKE kritisiert scharf, dass mittels solcher PR-Events von der verfehlten Stadtentwicklungspolitik des Senats abgelenkt werden soll, die die Bedürfnisse der Menschen vor Ort ignoriert.

Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Dr. Joachim Bischoff, erklärt dazu:

"Die für 2013 geplante Internationale Bauausstellung (IBA) sowie die internationale gartenschau (igs) kommen aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Jetzt eine Radwoche anzukündigen ist ein billiger Versuch, das schlechte Image von IBA und igs auf der Elbinsel wettzumachen. Wirklich wichtig wäre eine Überprüfung sämtlicher Leuchtturmprojekte, die Verabschiedung von überflüssigen Vorzeigeprojekten, eine nachvollziehbare Kostenkalkulation und vor allem ein ernst gemeinter Dialog mit den Menschen vor Ort. Nicht Events sind die Herausforderung dieser Tage, sondern angemessene Maßnahmen im Interesse der Menschen vor Ort."

Wilhelmsburg leidet schon heute unter den Auswirkungen der Megaplanungen im Interesse von Tourismus und IBA/igs. Tausende Bäume wurden in den vergangenen Wochen gefällt, um Platz zu schaffen für eine Gartenbauausstellung. Gerade ist bekannt geworden, dass die ursprünglich mit 3,85 Mio. Euro angegebenen Kosten für das IBA-Dock mittlerweile mit 8 Mio. Euro beziffert werden. Der von jungen Leuten betriebene Infoladen Wilhelmsburg ist von der SAGA GWG wegen dessen kritischer Haltung zur IBA gekündigt worden.

Das bei der kürzlich erfolgten Eröffnung des IBA-Docks auf der Veddel enthüllte, 25 m lange Transparent der aufwertungskritischen Initiativen weist auf die reale Problemlage hin, hieß es darauf doch, dass die IBA auf Kosten der vor Ort lebenden Menschen gehe und deren Lebensrealitäten konsequent ignoriere. Die IBA und die igs, der Senat und die SAGA GWG müssen endlich Konsequenzen ziehen, wenn diese Mammutevents überhaupt noch zum Erfolg geführt werden sollen. Eine Radwoche ist dafür ganz sicher nicht der richtige Schritt.