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6. März 2012 Bürgerschaftsfraktion

Wilhelmsburg: Bäume müssen Gartenschau weichen

Eine "Politik wie die Axt im Walde" bescheinigt heute eine Hamburger Tageszeitung den flächendeckenden Rodungsaktionen in Wilhelmsburg. Wie jetzt bekannt wurde, sind mittlerweile weit mehr als 5.000 Bäume gefällt worden, um Platz zu machen für die Internationale Bauausstellung (IBA) und die internationale gartenschau (igs), die 2013 die Elbinsel heimsuchen werden. Alleine auf dem temporären igs-Gelände sind bisher schon mit ca. 2.000 Bäumen etwa 50 % des gesamten Bestandes flachgelegt worden. Dieser Kahlschlag ist mitverantwortlich dafür, dass die angeblich so grüne Stadt Hamburg alljährlich Bäume in vierstelliger Größenordnung verliert. Dem Trend der vergangenen Jahre soll dadurch entgegengewirkt werden, dass die BürgerInnen mittlerweile aufgerufen werden, von sich aus Baumpflanzungen zu finanzieren.

Die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Heike Sudmann, erklärt dazu: "Den Mega-Planungen des Senats - erst unter Schwarz-Grün, jetzt unter der Ägide der SPD - fallen gnadenlos immer mehr ,gewachsene' Strukturen auf der Elbinsel zum Opfer. Warum sollen ausgerechnet für eine Gartenschau Tausende Bäume gefälltt werden? Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun, wenn für einen Parkplatz, der nach Beendigung der Groß-Events nicht mehr genutzt wird, vier Hektar Natur vernichtet werden sollen? Die auf der Elbinsel praktizierte ,Stadtentwicklungspolitik' verdient den Namen nicht, IBA und igs verkommen immer mehr zur reinen Leuchtturmpolitik, die auch unter dem SPD-Senat die Interessen der WilhelmsburgerInnen mit Füßen tritt und mit Sägen traktiert. Ich begrüße die Aktionen der Wilhelmsburger Initiativen zum Schutz ihrer Umgebung. Der Senat muss Schluss machen mit den Planungen über die Köpfe der Menschen hinweg. Und endlich die versprochene, ernsthafte und offene BürgerInnenbeteiligung realisieren."

Am kommenden Samstag, den 10. März, demonstrieren die "Engagierten Wilhelmsburger" um 11.55 Uhr auf dem Hamburger Rathausmarkt unter der Parole "Weil Ihr uns nichts wert seid! Eure Hamburger Regierungen". Die BürgerInnen protestieren damit gegen "zwei geplante Autobahnen, die Fällung von über 500 Bäumen im Herzen des Stadtteils, die Teilung des Stadtteils durch eine über hundert Meter breite Doppeltrasse, die Verlärmung durch einen Lärmschutz für Blumen, ein Verkehrschaos in den Wohngebieten durch die Sperrung der Wilhelmsburger Reichsstraße für LKW zur IBA/IGS".