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10. November 2009 Bürgerschaftsfraktion

Wehrt euch gegen die Entlassungen!

Mit einem dringenden Appell richten die beiden gewerkschaftspolitischen Sprecherinnen der Fraktion DIE LINKE, Kersten Artus und Elisabeth Baum, an die Beschäftigten in Hamburg und an ihre Gewerkschaften:

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

jeden Tag lesen wir neue Schreckensmeldungen, wo es wieder Entlassungen gibt. Nun soll es die Belegschaft von Karstadt in Osdorf treffen. Dabei sind es die Arbeitgeber gewesen, die in den vergangenen Jahren immer wieder eingefordert haben, zusammen zu halten. Damit wurden niedrige Lohnabschlüsse begründet. Wir würden "alle in einem Boot" sitzen, wurde gepredigt. Manche haben das geglaubt. Und viele Belegschaften und Betriebsräte haben von sich aus Angebote gemacht, Standards wie das Urlaubsgeld zu opfern, um die Kosten zu senken. Die Angst, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, ist laut Umfragen sprunghaft angestiegen. Zu Recht.

"Wir zahlen nicht für eure Krise", haben DIE LINKE und andere gesellschaftliche Gruppen, Parteien und Gewerkschaften vor wenigen Monaten gesagt. Zehntausende demonstrierten in den Städten. Nun zahlen wir doch. Die Krise - darin sind sich Experten und Expertinnen einig - wird in 2010 voll am Arbeitsmarkt ankommen. Wir werden erleben, wie massenhaft Betriebe ihr Personal auf die Straße setzen.

Wir fordern alle Beschäftigten, aber auch die bereits Erwerbslosen auf, sich zur Wehr zu setzen. Organisiert euch in den Gewerkschaften. Wählt, wo es keine gibt, Betriebsräte. Geht auf die Straße und protestiert dagegen, wie Abfall weggeworfen zu werden! Lasst nicht zu, dass die Über 50-Jährigen rausgekantet und von den Jüngeren Überstunden verlangt werden. Dass Betriebe einfach stillgelegt werden. Sagt Nein, wenn eine Frau in Elternzeit ihren Arbeitsplatz verlieren soll, weil sie nur in Teilzeit weiterarbeiten kann. Sagt Nein, wenn Ein-Euro-Jobs reguläre Arbeitsplätze ersetzen. Seid solidarisch mit jenen, die es heute trifft. Euch könnte es Morgen treffen. Lasst euch nicht gegeneinander ausspielen, denn das ist die Stärke des Kapitals. Es kann nur herrschen, wenn es spaltet. Der Kapitalismus durchläuft eine seiner schlimmsten Krisen, aber wir haben nur dieses eine Leben. Das wollen wir in Würde und mit Arbeit verbringen, von der wir leben können. Die Gewerkschaften haben heute einmal mehr die Aufgabe, den Widerstand zu organisieren und keine falschen Bündnisse zu schließen. Das muss von den Mitgliedern eingefordert werden!