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5. Januar 2010 Bürgerschaftsfraktion

Was bringt das neue Jahr auf dem Hamburger Arbeitsmarkt?

Die Arbeitslosenzahlen steigen langsam aber stetig. In Hamburg wurden Ende Dezember knapp 7800 mehr arbeitslose Menschen als im Vorjahr gezählt. Die Angst um die Arbeitsplätze in Deutschland und in Hamburg ist noch aber noch lange nicht vorbei. Auch wenn die Finanzjongleure wieder begonnen haben, ihre Verträge an den Mann und an die Frau zu bringen und Umfragen uns eines Besseren belehren sollen.

Mit Zahlen hantieren und Statistiken aufstellen kann jeder – aber was sagen sie uns? Die Zahlen, die in den Medien herumgeistern, spiegeln nicht die Angst und das Unbehagen der Menschen wieder. Viele müssen weiter um ihren Arbeitsplatz bangen. Das schlägt massiv auf die Stimmung der Beschäftigten.

„Es ist immerhin positiv, dass nun über Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit geredet wird, aber die Art und Weise gefällt mir gar nicht. Da wird jeder Hartz IV – Empfänger als potentieller Faulpelz hingestellt, aber selten ist jemand aus eigenem Verschulden in diese Lage gekommen. Da sind junge Menschen, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, in die Arbeitslosigkeit geschickt worden, obwohl Arbeit da ist. Das zeigen die steigenden Zahlen der Mehrarbeitsstunden – von denen, die nicht gemeldet werden, gar nicht zu reden! Auszubildende werden gar nicht erst eingestellt –lieber wird mit günstigen Praktikanten eine oder auch ständig die Auftragsspitzen überbrückt“, so Elisabeth Baum, arbeitsmarktpolitische Sprecherin Der Fraktion DIE LINKE.

In verschiedenen Branchen wird ein Verzicht auf Tarif –und Vertragsbestandteile verlangt, um die Arbeitsplätze zu sichern. Verzichten auch die Chefs? Und welche Arbeitsplätze sollen denn gesichert werden? In vielen Fällen wurde bereits Verzicht geübt und trotzdem wurde entlassen. Aber selten im Management!

Es wird von Weiterbildung und Qualifizierung gesprochen. Alles vollkommen nachvollziehbar, wenn da nicht ein fader Beigeschmack wäre: Selbst als Langzeitarbeitsloser erhält man hier keine Weiterbildung oder Qualifizierung. Die wird nur bewilligt, wenn es anschließend Vermittlungsmöglichkeiten gibt. Wer entscheidet denn, ob es Vermittlungsmöglichkeiten gibt? Die Betroffenen sind nicht aus Jux und Tollerei so lange erwerbslos, sondern weil sie nichts finden, was ihren Fähigkeiten entspricht. Erfolg und Qualität der Weiterbildungen der Arge halten sich in engen Grenzen. Sitzungen fallen aus, weil nur ein Bruchteil der avisierten Teilnehmer kommt, es werden Fragen gestellt wie: „Was würden Sie mit einem Lottogewinn von 1Mio€ machen?“

Nicht umsonst haben wir als Politiker und Politikerinnen immer wieder die von der Regierungskoalition angekündigte Qualitätsoffensive der Argen eingefordert, die natürlich die Weiterbildung und Aufstockung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Argen voraussetzt.

Elisabeth Baum ist deshalb überzeugt: „Die steigenden Zahlen von Erwerbslosen und Hilfesuchenden lassen keinen anderen Schluss zu - hier muss in kürzester Zeit investiert werden, damit die Angebote der Argen überhaupt an den Mann und an die Frau gebracht werden können. Den Menschen ist nicht mit einem Haufen Formularen geholfen, sondern mit kompetenter Beratung und Hilfestellung. Es reicht nicht aus, die 70 befristeten Arbeitsverträge umzuwandeln und dann 70 neue Befristungen zu erteilen, damit man in den Jobcentern den Anforderungen gerecht wird – das Qualitätsmanagement muss greifen, damit den Menschen unserer Stadt endlich konstruktiv geholfen werden kann.“