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20. Mai 2015 Bürgerschaftsfraktion

Wann stürzt Bismarck endlich?

Staro1 aus der deutschsprachigen Wikipedia. Athleten-Figur von Hugo Lederer am Bismarck-Denkmal in der Hamburger Neustadt.

Ein Steinbock besteigt den Reichskanzler – mit dieser Installation der Wiener Künstlergruppe Steinbrener/Dempf & Huber hat es die marode Bismarck-Statue im Alten Elbpark wieder in die Medien geschafft. „Ich erwarte mir von der Aktion Denkanstöße zum Umgang mit dieser ,Scheußlichkeit sondergleichen‘, wie sie der Komponist Rolf Liebermann einst so treffend bezeichnet hat“, erklärt dazu Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Ein solches Symbol darf nicht einfach wieder aufgebaut werden, Hamburg und seine BürgerInnen müssen ihrer historischen Verantwortung gerecht werden.“ Das Denkmal, das voraussichtlich ab Ende 2015 für rund sechs Millionen Euro saniert werden soll, stehe „für den Militarismus in Deutschland und symbolisiert so die Aggressivität Deutschlands in zwei Weltkriegen“, so der Kulturpolitiker.

Hackbusch erinnert in diesem Zusammenhang an die Bismarck-Diskussion in diesem Jahr, in deren Rahmen etwa das Magazin Cicero in seiner Ausgabe 4/2015 unter dem Titel „Held oder Hering“  schrieb: „Etwas anderes ist es, jemanden zu ehren, der mit den großen deutschen Traditionen in einer Weise gebrochen hat, dass 75 Jahre später, als Preußen abgeschafft werden musste, von Deutschland nur noch ein Trümmerhaufen stand.“  „Welche Rolle hat Bismarck beim Ausbau Deutschlands zur Kolonialmacht gespielt? War er ein Antidemokrat und Kriegstreiber? Diese Fragen, die am Mythos Bismarck rütteln, müssen öffentlich diskutiert werden. Die Notwendigkeit einer kritischen Aufarbeitung ist allerdings beim Senat noch nicht angekommen, wie die Antwort auf unsere aktuelle Anfrage beweist“, so Hackbusch (Drs. 21/415). „Möge die Diskussion um die Zukunft des Denkmals beginnen! Eine unkritische Sanierung dieser Scheußlichkeit und dieses Inbegriffs von Militarismus werden wir jedenfalls nicht akzeptieren. Wenn es nach mir ginge, könnte der Bock auf Bismarcks Glatze bleiben, das wäre wenigstens eine permanente Erinnerung daran, dass hier noch ein Berg an Aufarbeitung wartet.“

Dateien:
21_415.pdf24 K