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14. Oktober 2012 Bürgerschaftsfraktion

Vorwürfe gegen „wohnen & pflegen“ müssen umgehend geklärt werden

© Gerd Altmann / pixelio.de

Jüngsten Berichten der ARD-Sendung „Panorama“ und von „Bild“ zufolge ist es in Heimen von „pflegen & wohnen“ zu Misshandlungen und Vernachlässigungen von Bewohnerinnen und Bewohnern gekommen. Konkret sollen Notknöpfe nicht erreichbar gewesen und keine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ermöglicht worden sein. Der Medizinische Dienst bezweifelt nunmehr laut Medienberichten, dass seine Befragungen der Bewohnerinnen und Bewohner korrekt gelaufen sind. „Die geschilderten Vorgänge sind skandalös und mehr als Besorgnis erregend. Den Vorwürfen muss umgehend nachgegangen werden“, erklärt dazu Kersten Artus, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Niemand dürfe aufgrund seiner Pflegebedürftigkeit misshandelt oder anderweitig vernachlässigt werden – „schon gar nicht, wenn er oder sie sich in der Obhut von Pflegefachkräften wähnt“.

Artus fragt nun mit einer Schriftlichen Kleinen Anfrage die in den Medienberichten erhobenen Vorwürfe komplett ab und erwartet, „dass sich der Senat eingehend damit befasst und für Aufklärung sorgt – im Interesse von pflegen & wohnen, den Bewohnerinnen und Bewohnern und den Beschäftigten“, so Artus. „Sollten die Vorwürfe stimmen, müssen Konsequenzen gezogen werden.

Die nachhaltigen Mängel in der Pflege geben laut Artus seit Langem Anlass zu Kritik: Die Pflege sei unterfinanziert, es fehle an Fachkräften. „Der Pflegebegriff reduziert die Zuwendung, die ein Pflegebedürftiger erhält, immer noch darauf, dass er einigermaßen sauber und satt ist“, kritisiert die Fachabgeordnete. „Psychosoziale Aspekte werden nicht berücksichtigt. Deswegen haben Pflegefachkräfte durchweg zu wenig Zeit, um sich den Pflegenden ausreichend zu widmen.