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22. Januar 2015 Bürgerschaftsfraktion

Vielfalt statt Einfalt: LINKE fordert moderne Sexualerziehung an Hamburgs Schulen!

Hamburger Aktionsbündnis Vielfalt statt Einfalt

Mit einem Antrag fordert die Fraktion DIE LINKE die Bürgerschaft auf, auf ihrer letzten Sitzung in dieser Wahlperiode ein klares Bekenntnis für eine qualifizierte und präventive Sexualerziehung abzugeben. „Jeder Mensch hat ein Recht auf eine individuelle Sexualität. Schulische Sexualerziehung muss über die reine Verarbeitung von Informationen über biologische Fakten hinausgehen“, sagt Kersten Artus, gesundheits- und gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion.

Anlass für den Antrag ist die Entscheidung der Schulbehörde, das Fachbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ von Prof. Elisabeth Tuider von der Empfehlungsliste für das Lehrpersonal herunter zu nehmen. So bestand die Besorgnis, dass über Sexualpraktiken, geschlechtliche Identitäten und sexuelle Praktiken zu früh aufgeklärt würde.

Dem tritt Artus entgegen: „Da wurde eine Nebelbombe losgelassen, die den falschen Eindruck erweckt, das Buch würde direkt im Unterricht eingesetzt. Wir sind, wie viele Fachverbände – beispielsweise Pro Familia – irritiert, dass die Schulbehörde schon bei den ersten Protesten gekuscht hat. Das war auch ein Eingriff in die pädagogische Freiheit. Dabei ist es ein Fachbuch für Lehrerinnen und Lehrer. Grundprinzip sexualpädagogischen Unterrichts ist zudem auch die Freiwilligkeit und die Wahrung eigener Grenzen des Lehrpersonals. Daher fordern wir, dass die Literaturliste nach fachlichen Gesichtspunkten aktualisiert wird und Pädagoginnen und Pädagogen entsprechende Fortbildungen ermöglicht werden.“

Fraktion und Partei DIE LINKE unterstützen zudem den Aufruf des Hamburger Aktionsbündnisses Vielfalt statt Einfalt zu einer Kundgebung unter dem Motto „Hamburg demonstriert Vielfalt“ am Samstag, den 24.1., um 11 Uhr auf dem Hansaplatz in St. Georg.

Damit soll ein sichtbares Zeichen gegen den drohenden Rollback in Sachen Sexualaufklärung und Lebensformenpluralität gesetzt werden. Denn unter dem Motto „Der Regenbogen gehört uns“ rufen die „Besorgten Eltern“ zu einer Demonstration in Hamburg auf. Sie richtet sich unter anderem gegen eine angebliche „Frühsexualisierung von Kindern“ und die „Entmündigung der Eltern“ bei der Sexualaufklärung.