Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
1. April 2014 Bürgerschaftsfraktion

Versorgung durch Hebammen sichern!

Kersten Artus, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

In Hamburg werden pro Jahr nur 20 Hebammen ausgebildet. Das teilt der Senat auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft mit. „Das sind zu wenige, um die Wochenbettbetreuung in Hamburg zu gewährleisten“,  erklärt dazu Kersten Artus, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion. „Nicht nur in Stadtteilen wie Wilhelmsburg, Horn, Billstedt und Rothenburgsort gibt es keine oder zu wenige Hebammen. Auch in Eppendorf und Winterhude klagen Wöchnerinnen, dass sie keine Hebamme mehr bekommen.“ Die Grundausbildung im Dualen Ausbildungssystem sei eine Ursache für diesen Fachkräftemangel, so Artus: „Hebammen müssten wegen der hohen fachlichen Anforderungen sofort einen Bachelorabschluss machen können – und zwar kostenlos.“ Doch der private Ausbilder Asklepios will offenbar künftig nur ein berufsbegleitendes Hochschulstudium anbieten, das sich zum Teil durch Studiengebühren finanziert. „Ausbildung darf nichts kosten, erst recht nicht, wenn sie medizinische Grundversorgung absichert!“

Weiter ergibt die Antwort des Senats, dass die Stillquote in Hamburg sehr gering ist. Nur 63 Prozent der Mütter stillen ihr Baby in den ersten Lebenswochen voll, danach geht die Quote weiter rapide zurück. „Die niedrige Quote ist nicht den Müttern anzulasten, sondern der unzureichenden fachlichen Anleitung“, so die Gesundheitspolitikerin. „Nur vier Krankenhäuser in Hamburg sind nach WHO-Empfehlung als babyfreundlich zertifiziert: AK Harburg, AK Nord, Amalie Sieveking und das Marienkrankenhaus. Im ersten Lebenshalbjahr sollten Kinder aber voll gestillt werden.“ Gefördert wird dieser Negativtrend noch durch das Auslaufen der „Zielpatenschaft Stillförderung“. Sie hatte 2009 Stillempfehlungen herausgegeben. Die Broschüre wird aber nicht mehr nachgedruckt und ist nur noch im Internet verfügbar.

Artus fordert deshalb, die Hebammenausbildung auf neue Grundlagen zu stellen: „Die bald fehlende Berufshaftpflicht gefährdet die vor- und nachgeburtliche Versorgung und die hebammenbegleiteten Geburten. Da es aber bereits jetzt schon eine Unterversorgung gibt, sollte der Senat umgehend alle Krankenhäuser, in denen Kinder geboren werden, dazu auffordern, sich als ,babyfreundliches Krankenhaus‘ zertifizieren zu lassen. Außerdem sollte die ,Zielpatenschaft Stillförderung‘ wieder ihre Arbeit aufnehmen. Wenn es gelingt, die Stillquoten zu erhöhen, wäre dies ein wichtiger Schritt für einen besseren Start ins Leben.“ Die Fraktion DIE LINKE bringt einen entsprechenden Antrag in die Bürgerschaft ein.

Die beantwortete Schriftliche Kleine Anfrage und den Antrag finden Sie im Anhang dieser Mitteilung.