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7. Januar 2010 Bürgerschaftsfraktion

Verheerende Teilnahmequote von Migrantenkindern in KITAs

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung über die Teilnahmequote von Migrantenkindern in KITAs ist das Ergebnis für Hamburg verheerend: Während 87% der drei bis sechsjährigen Kinder ohne Migrationshintergrund in der Hansestadt eine Kindertagesstätte besuchen, sind es unter den gleichaltrigen Migrantenkindern nur 72%. Damit ist Hamburg nach Schleswig-Holstein das Bundesland mit der niedrigsten Besucherquote.

Mehmet Yildiz, migrations- und kinderpolitischer Sprecher, erklärt dazu: "Das ist unter dem Gesichtspunkt der frühkindlichen Bildung ein Armutszeugnis für den Senat. Gerade Migrantenkinder und Kinder aus sozial benachteiligten Haushalten haben einen deutlich höheren Bedarf an Förderung."

Auch unter Berücksichtigung des hohen Bevölkerungsanteils von Migrantenkindern in Hamburg übt Yildiz Kritik am Senat: "Hamburg ist nach Bremen mit 43% das Bundesland mit der höchsten Migrantenkinder-Quote und die Studie zeigt deutlich, dass der Senat es versäumt hat, informelle und finanzielle Angebote für Migranten- und Erwerbslosenfamlien anzubieten."

Im Schwarz-Grünen Koalitionsvertrag einigten sich die Regierungsparteien auf eine zusätzliche Sprachförderung als Kriterium für die mehr stunden Bewilligung für die Kitagutscheine für den KITA-Besuch. Dies ist bis heute nicht umgesetzt worden, ebenso der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab 2 Jahren, der kürzlich in den Kürzungsplänen des Senates auf Jahre vertagt wurde.

"Das Gutscheinsystem als Grundlage der frühkindlichen Bildung krankt und grenzt Benachteiligte aus. Daher ist es mehr als ungeeignet." Daher fordert Yildiz ein sofortiges Umdenken in der Kinderpolitik: "Diese Kinder sind unsere Zukunft. Der Schwarz-Grüne Senat sollte endlich was gegen diese unhaltbare Situation tun und bessere Möglichkeiten zur frühkindlichen Bildung tun."