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17. September 2012 Fraktion Wandsbek

Unterstützung für das Berufsförderungswerk (BFW)

Die Bezirksversammlung Wandsbek hält das Berufsförderungswerk in Farmsen für eine unverzichtbare Einrichtung zur Umschulung und beruflichen Wiedereingliederung und setzt sich für den Erhalt im Bezirk Wandsbek ein.
Weiterhin wird die Fachbehörde bzw. der Senat gebeten, alle Maßnahmen zu ergreifen, um den geplanten Stellenabbau beim BFW zu verhindern.
Dies sind die Kernpunkte aus einem Antrag der Linksfraktion, der mit den Stimmen von SPD, GRÜNEN und LINKEN auf der Sitzung am 13.September beschlossen wurde.
Keine Mehrheit fand u.a. die Forderung an den Senat, auf den Bundesgesetzgeber einzuwirken, damit der beruflichen Rehabilitation angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels wieder eine größere Bedeutung zukommt.
In einer engagierten Rede hatte die Stv. Fraktionsvorsitzende Gerda Azadi den Antrag zuvor begründet. Darin ging sie u.a. auf die langjährigen Erfolge ein. Gerda Azadi: "Über 20.000 Menschen mit Behinderungen, die in ihren ursprünglich erlernten Berufen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterarbeiten konnten, wurden in den zurückliegenden Jahren erfolgreich in einen neuen Beruf umgeschult und mit einem ordentlichen Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer ins Berufsleben zurückgeführt. Das BFW darf nicht kaputt gespart werden".


Zum Hintergrund: Das Berufsförderungswerk Hamburg (BFW) steckt erneut in der Krise. Der Senat will wieder massiv Arbeitsplätze abbauen, das geht aus einer Anfrage der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE hervor (Drs. 20/5031). Gegenwärtig sind im BFW 352 MitarbeiterInnen (entspr. 318 Vollzeitkräften) beschäftigt. Geplant ist der Abbau von 150 Stellen. Die Geschäftsführung und der Betriebsrat verhandeln zurzeit über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Ende Juli 2012 war das BFW mit über 25 Millionen Euro verschuldet. Der Senat hat zur Nothilfe und zur Abwendung der Insolvenz bereits ein Darlehen in Höhe von 4,55 Millionen Euro gewährt.
Grund der erneuten Krise des BFW sind die drastisch zurückgehenden Teilnehmerzahlen. Die Leistungsträger (Bundesanstalt für Arbeit, Job-Center, Renten- und Unfall- versicherungsträger u.a.) schicken ihre Teilnehmer eher zu Kurzzeitmaßnahmen an billigere Anbieter.
Bereits von 2003 bis 2007 sank die Zahl der Teilnehmer an Rehabilitationsmaßnahmen um über die Hälfte und das Personal wurde drastisch auf 362 Vollzeitstellen abgebaut.


Kontakt: Gerda Azadi, Tel.: 200 80 70, E-Mail: g.azadi@inbox.com
Frank Hiemer, Tel.: 6 54 50 40, E-Mail: frank.hiemer@gmx.de