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8. August 2008 Bürgerschaftsfraktion, DIE LINKE.SDS

Uni Hamburg: Forschung und Lehre zurück in Männerhand - Frauenreferat abgeschafft

Der AStA der Uni Hamburg hat trotz Protesten das seit über 30 Jahren bestehende unabhängige Frauenreferat abgeschafft. 

Geht den Männern die Unabhängigkeit der Frauen zu weit? Die ausschließlich männlichen Mitglieder des Asta finden, dass Frauen an der Uni keine Minderheit mehr sind. Nach Benjamin Gildemeister (Jusos), sei der Zustand der Gebäude, aber nicht Geschlechtergerechtigkeit das Problem. 

Ist das Frauenreferat wirklich überflüssig? Es verfügte über einen eigenen Etat und wählte eigene, auf AStA-Sitzungen stimmberechtigte, Referentinnen. Es war mit eigenem Budget und Stimmrecht ausgestattet. Neben Fortbildungskursen und Veranstaltungen, hatte das Referat auch ein anonymes Beratungsangebot in Fällen von sexueller Belästigung und Diskriminierung.

In Zukunft soll eine vom AStA gestellte und entsprechend konformere „Gleichstellungsbeauftragte“ das Frauenreferat ersetzen. Das bedeutet: Gelder müssen für jedes Projekt beantragt und von Männern genehmigt werden. Gender Mainstreaming wird als Begründung für die Umverteilung hart erkämpfter Mittel und die Zerschlagung gewachsener Strukturen vorgeschoben. Das war nicht im Sinne der Erfinder/innen.

Daher sprechen Kersten Artus, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE und Gitta Bockwold vom Studierendenverband DIE LINKE.SDS, Abgeordnete im Studierendenparlament und Mitglied der Bezirksfraktion DIE LINKE in Eimsbüttel, von einem handfesten Skandal. „Frauen an den Universitäten sind strukturell noch immer benachteiligt: ihr Anteil an den Professuren liegt bundesweit unter 15 Prozent.“ Auch der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Kleiner, empfindet den Frauenanteil als „beschämend für das deutsche Wissenschaftssystem und zugleich eine Verschwendung intellektueller Ressourcen“.  

Artus und Bockwold fordern: „Nur die Durchsetzung fester Quoten kann Wissenschaftlerinnen voranbringen und den Anteil der Frauen in Forschung und Lehre steigern. Die Universität Hamburg sollte die Anfang Juli auf der Jahreshauptversammlung des DFG beschlossenen, forschungsorientierten Gleichstellungsstandards’ ernst nehmen und Frauenförderung als zentrale Aufgabe der Hochschul- und Institutsleitungen festschreiben. Frauenförderung darf nicht von den aktuellen politischen Machtverhältnissen an der Uni abhängig sein sondern ist eine gesamtgesellschaft-liche Aufgabe.“