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1. Oktober 2015 Bürgerschaftsfraktion

Unhaltbare Zustände an der ZEA Harburg

Wie berichtet, mussten vorletzte Nacht 400-500 Menschen vor der Zentralen Erstaufnahme in der Harburger Poststraße im Freien, im angrenzenden Parkhaus und unter Brücken übernachten. Essen, Getränke, warme Kleidung und Decken konnten nur dank eilig mobilisierter Spenden gestellt werden. Um den geflüchteten Menschen eine zweite Nacht im Freien zu ersparen, wurden sie gestern Nacht zunächst in eine von der Behörde beschlagnahmte Tennishalle und dann weiter in ein leerstehendes Gebäude gebracht. Bis zum Eintreffen der Transferbusse gelang es allein durch ehrenamtliches Engagement, die schlimmste Not der Geflüchteten zumindest etwas abzumildern.

„Das Nichtagieren des Senates ist definitiv ein Akt unterlassener Hilfeleistung“, erklärt dazu die Harburger Abgeordnete und Vorsitzender Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Sabine Boeddinghaus. „Ich wiederhole es, solange es nötig ist: Nur wenige hundert Meter weiter, in der Denickestraße, stehen an die 100 städtische Wohnungen leer, die teilweise sofort zur Unterbringung genutzt werden könnten. Sie bieten allemal mehr Schutz als der nackte Straßenboden! Feuer und Flamme ist der Senat nur für Olympia, geflüchteten Menschen verweigert er selbst ein bisschen Wärme und Schutz in Herbstnächten.“

„Wir erlebten gestern Abend den Gipfel behördlicher Bankrotterklärung, als MitarbeiterInnen von fördern &wohnen Ehrenamtliche baten, bei der Registrierung der Geflüchteten zu helfen“, ergänzt André Lenthe, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE in der Bezirksversammlung Harburg. „Es macht mich fassungslos, dass es offensichtlich nicht möglich ist im Rahmen der Gefahrenabwehr mit einer mobilen Suppenküche, Tee und Decken zu helfen. Wofür hat zum Beispiel das THW diese Kapazitäten und Fähigkeiten? Die Stadt verfügt über eine Vielzahl von helfenden Strukturen. Nichts davon kam zur Anwendung. Das ist ein unbeschreiblicher Skandal!“