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7. Juni 2010 Bürgerschaftsfraktion

Übergewichtigen Kindern die Hartz IV -Leistungen kürzen?

Linksfraktion fordert Nachhilfe für Lehrerverband

"Die Äußerungen des Vorsitzenden des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus, Eltern von übergewichtigen Kindern die Leistungen nach dem SGB II zu kürzen, haben zu Recht Empörung und Rücktrittsforderungen hervorgerufen", sagt Kersten Artus, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Kraus hatte der Boulevardpresse folgendes Statement geliefert: »Gesundheitliche Vernachlässigung bis hin zur Verwahrlosung ist ein Vergehen. Wenn sich Eltern nicht um gesunde Ernährung und genügend Bewegung ihrer Kinder kümmern, ist das im Extremfall der Einstieg in Kindesmisshandlung.« Falls die Eltern auf die Hinweise der Ärzte nichts unternehmen, solle auch das Jugendamt informiert werden. In letzter Instanz sollten auch das Kindergeld und die Hartz-IV Bezüge gekürzt werden, so Kraus. Ferner sollten »regelmäßige Pflichtberatungen mit Gewichtskontrolle« durch Ärzte in Schulen durch geführt werden.

Kersten Artus: „Der gleiche Verband, der sich auch gegen die Primarschule in Hamburg in Hamburg positioniert, will die Opfer verfehlter Sozial- und Bildungspolitik nun noch einmal bestrafen. Herr Kraus sollte in puncto Menschenwürde und Zivilgesellschaft einige Stunden Nachhilfe erhalten, vielleicht begreift er dann seine Entgleisungen. Man stelle sich das mal vor: Die Kinder kommen zur Schule und müssen erst einmal auf die Waage. Danach könnte es dann heißen: Ein Kilogramm zugenommen – 100 Euro weniger. Was steht da für ein reduziertes Menschenbild hinter: Möchte Herr Kraus Kinder zum Abnehmen dressieren?"

Artus fordert den Ausbau von Suchthilfeeinrichtungen und ein erweitertes spezielles Angebot für esssüchtige Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sowie einen Ausbau an Forschung auf dem Gebiet der Essstörungen und nach effektiveren Therapieangeboten. „Schulen, Horte und Kitas sollten der Ernährung eine größere Bedeutung beimessen. Daher sind Mittagstische auch generell kostenlos anzubieten. Ernährungslehre und Kochen helfen Kindern und Jugendlicher wirksamer, als jede Diät."