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31. März 2009 Bürgerschaftsfraktion

Übergewicht in Hamburg: Jeder zehnte erwachsene Hamburger und jedes 20. Kind fettleibig - Das Hamburger Suchthilfesystem muss sich neu aufstellen

Überernährung macht krank. Adipositas (Fettsucht) verkürzt das Leben im Schnitt um drei Jahre, extrem Fettleibige sterben im Schnitt zehn Jahre eher. Das ergab eine Anfrage von Kersten Artus, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, an den Senat (Drs. 19/2627). Auch die anderen Antworten sind Besorgnis erregend: Jeder zweite Mann und fast jede dritte Frau in Hamburg haben Übergewicht. Bei den Männern leiden 11,6 Prozent an Adipositas, bei den Frauen sind es 8,6 Prozent. Hamburger liegen damit über dem bundesdeutschen Durchschnitt, Hamburgerinnen leicht darunter.

Bei Kindern liegen die Zahlen nach Bezirken vor: Der Bezirk Mitte hat die übergewichtigsten Kinder (Mädchen 17,9 Prozent, Jungen 17,7 Prozent), gefolgt von Bergedorf und Harburg. Mehr als jedes zehnte Kind in Hamburg ist dick, circa jedes 20. leidet bereits an Adipositas. Erschreckend ist auch die Entwicklung der Sterbefälle aufgrund von Adipositas: Seit 2003 stiegen die Zahlen von acht Menschen auf 32 Menschen im Jahr 2007 an.

Kersten Artus: "Übergewicht hat auch eine soziale Dimension, denn wer zuviel wiegt, wird eher ausgegrenzt und hat es schwerer, einen Job zu finden."

Artus fordert: "Wichtig ist es, mit den Ernährungsmythen aufzuräumen, die über durch die Lebensmittelindustrie verbreitet werden und in der Regel nur das Portmonee schlanker machen. In Diätrezepten werden häufig viel zu teure Lebensmittel verwendet. Neue Sportarten, mit denen man angeblich ganz toll abnehmen kann, kosten durch die dafür erforderliche Anschaffung von Geräten und Kleidung häufig viel zu viel Geld. Übergewicht hat oft soziale Ursachen. Die lassen sich nicht durch eine Diät oder viel Sport wegreden. Eine sozial gespaltene Gesellschaft produziert ein fehlgeleitetes Bedürfnis nach Nahrung."

Die Bürgerschaftsfraktion der LINKEN setzt sich für mehr Aufklärungsarbeit und ausreichende Behandlungsplätze in Hamburg ein: "Wenn jeder zehnte Mensch in Hamburg adipös ist, muss sich das Suchthilfesystem in Hamburg neu aufstellen", sagt Artus

Übergewicht ist kein Schicksal. Es gibt in Hamburg Anlaufstellen, wo Betroffene konkrete Hilfe finden. Hier ist eine Zusammenfassung zu finden: http://www.suchthh.de/kursbuch/pdf/kb_stand.pdf

Die Anfrage von Kersten Artus und die Antwort des Senats finden Sie unter:

http://kerstenartus.de/PDFs/kleine-anfrage-adipositas.pdf

http://kerstenartus.de/PDFs/antwort-adipositas.pdf