Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
27. Dezember 2011 Bürgerschaftsfraktion

U4-Verlängerung: Senat bevorzugt schicke HafenCity

Auf einer Pressekonferenz hat der Senat heute bekannt gegeben, dass die im Bau befindliche U4 zwischen dem Jungfernstieg und der HafenCity in den kommenden Jahren in die noch zu errichtende östliche HafenCity verlängern und bis auf etwa 150 Meter an die Elbbrücken herangeführt werden soll.

Damit würde die bisher vorgesehene Strecke von 2,8 Kilometern - gerechnet wird mit 35.000 Fahrgästen täglich - um ca. 1,3 Kilometer verlängert werden, wobei für diesen Abschnitt von täglich 16.000 Fahrgästen ausgegangen wird. Soll der bereits im Bau befindliche Teil letztlich ca. 340 Millionen Euro kosten, wurde für den nun in Aussicht gestellten von Senator Horch eine Summe von weiteren 180 Millionen Euro genannt. Zugleich betonte Horch, dass ein direkter Anschluss, also ein gemeinsamer Bahnhof, und damit ein problemloser Übergang von der U4 in die S-Bahn aufgrund der Finanzsituation bis auf Weiteres nicht finanzierbar sein.

Dazu erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Heike Sudmann:
Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. In der schicken HafenCity hat der Senat keine Probleme, eine teure U-Bahn zu verlängern. Die angebliche Finanznot spielt hier keine Rolle. Die seit Jahrzehnten geforderte und immer wieder versprochene Bahn-Anbindung der Quartiere Osdorfer Born und Steilshoop hingegen muss wohl bis zum St. Nimmerleinstag warten. Selbst bei der Busbeschleunigung können diese Stadtteile frühestens 2014 mit Verbesserungen rechnen.

Die Mobilität in der mit Bussen bestens zu erschließenden HafenCity ist damit erneut wichtiger als die Bedürfnisse der Menschen in den genannten vernachlässigten, auch weiterhin als randständig klassifizierten Stadtteilen. Mit sozialdemokratischer Politik, die auch im Öffentlichen Personennahverkehr danach trachten würde, das Gefälle zwischen privilegierten und benachteiligten Vierteln auszugleichen, hat das nichts zu tun.

Darüber hinaus wirkt eine pure Verlängerung der U4 um 1,3 Kilometer ohne eine direkte Verbindung zum S-Bahn-Verkehr und damit zu den Elbinseln einfach nur angestoppelt.
Und nicht zuletzt bleibt das Projekt auch deswegen mehr als fragwürdig, weil laut Senator Horch weder abschließende Kosten- noch Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorlägen. Angesichts der Erfahrungen mit Vorhaben dieser Dimension bleiben die benannten Rahmendaten (180 Millionen Euro, 16.000 Fahrgäste) reine Wunschdaten. Die HamburgerInnen werden sich gegebenenfalls auf eine noch höhere Kostenbelastung einstellen müssen, der eine nur vergleichsweise geringe Frequentierung gegenübersteht.