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30. August 2010 Bürgerschaftsfraktion

Thilo Sarrazin schürt mit seinen rassistischen Aussagen Ängste in der Bevölkerung und macht Einwanderer zum Sündenbock

Thilo Sarrazin unterstellt in seinem Buch, dessen Grundgedanken er in einem Spiegel-Artikel (Ausgabe 34/2010) zusammenfasst, muslimischen Migranten Integrationsunwilligkeit und bescheinigt ihnen Inkompatibilität mit den Erfordernissen einer modernen Industriegesellschaft. Er verweist auf die niedrige Erwerbsbeteiligung bei den muslimischen hin und erklärt dies mit der Existenz einer "besonderen Mischung aus islamischer Religiosität und traditionellen Lebensformen", die "muslimischen Einwanderern anhafte". Es sei diese "Mischung", die ökonomische Integration erschwere und für die mangelhafte Emanzipation der Frauen und für den besonderen Kinderreichtum muslimischer Migranten sorge.

"Dies ist rassistisch - sowohl im klassischen, als auch im kulturalistischen Sinne. Sarrazin will nicht sehen, dass Migranten in dieser Gesellschaft häufig Diskriminierungen und Benachteiligungen ausgesetzt sind. Es sind doch meistens die Migranten, die bei einem Konjunktureinbruch als erste ihren Job verlieren. Haben Studien nicht herausgefunden, dass Menschen nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, weil sie türkisch oder muslimisch klingende Namen haben?", kritisiert Mehmet Yildiz, migrationspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.

"Dies macht deutlich, dass es Sarrazin nicht darum geht, Probleme ernst zu nehmen oder gar sie an ihren Wurzeln anzupacken. Stattdessen knüpft er populistisch an bestimmte Vorurteilstrukturen im Alltagsbewusstsein an, schürt Ängste und Ressentiments in der Bevölkerung und er vergiftet damit dauerhaft das gesellschaftliche Klima. Die Politik und Medien sind gefordert, gegen solche Hasstiraden ihre Stimme zu erheben. Es ist bedauerlich, dass Sarrazin in einigen Mainstream-Medien die Gelegenheit gegeben wird, seine Hasstiraden zu verbreiten. Eine in der Öffentlichkeit stehende Person darf sich nicht erlauben, auf unverantwortliche Weise das Zerrbild von "integrationsunwilligen" und Deutschland "überflutenden Ausländern" zu erdichten und ich erwarte von der SPD und der Bundesbank, jemanden mit einer solchen rassistischen Haltung auszuschließen und sich von ihn zu distanzieren", schließt Mehmet Yildiz.