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24. November 2014 Bürgerschaftsfraktion

Tag gegen Gewalt an Frauen: Opferschutz muss Schonbereich im Haushalt werden

Am 25. November wird international den Opfern häuslicher Gewalt gedacht. Mit vielfältigen Aktionen, zum Beispiel dem Hissen der Terres-des-Femmes-Flagge an Rathäusern, Behörden, Verbänden und Betrieben wird darauf aufmerksam gemacht, dass häusliche Gewalt nicht geduldet und ihre Opfer nicht vergessen werden dürfen.

Kersten Artus, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, erklärt hierzu: „Jede vierte Frau hat mindestens einmal Gewalt durch einen aktuellen oder früheren Partner erlebt. Besonders hoch ist das Risiko, Gewaltopfer im häuslichen Umfeld zu werden, für behinderte Frauen. Das meiste, was an Gewalt erlebt wird, erfährt nie jemand, nicht einmal die Familie und der Freundeskreis. Auch Unterstützungssysteme wie Frauenhäuser und Beratungseinrichtungen erreichen nicht alle Gewaltopfer. Deswegen ist es wichtig, häusliche Gewalt weiter zu enttabuisieren und das Hilfesystem bekannter zu machen.“

Das neue Opferschutzkonzept für Hamburg setze zwar die richtigen Schwerpunkte im Kampf gegen Gewalt an Frauen - so sahen es auch die Expert/inn/en bei einer Anhörung vor dem Sozialausschuss der Bürgerschaft. „Dennoch gibt es Zweifel, ob die Umsetzung des Opferschutzkonzepts gelingt“, sagt Artus. Gründe dafür seien der schlechte Personalschlüssel der Frauenhäuser und die allgemeine Wohnungsnot. „Frauen mit Migrationshintergrund und mit mehreren Kindern erhalten oft keinen adäquaten Wohnraum. Vor allem Frauen afrikanischer Herkunft sind davon betroffen! Ein neues Projekt, das diesen Frauen Unterstützung bei der Wohnungssuche vermittelt, zeigt zwar Erfolge“, sagt Artus. „Doch diese können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der privatisierte Wohnungsmarkt und der Geschäftsbetrieb der SAGA/GWG diese Frauen ausgrenzt.“

Auch die gesundheitliche Versorgung von Frauen mit Gewalterfahrung sei mangelhaft. „Psychotherapeutische Angebote sind knapp, doch die oft traumatisierten Frauen benötigen dringend schnellere Hilfe, um die Gewalterfahrungen zu verarbeiten. Ich fordere vom Senat, den Opferschutz mit den nötigen finanziellen Mitteln auszustatten und zum Schonbereich zu erklären“, so Artus.