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27. Mai 2014 Bürgerschaftsfraktion

Studie: Viele schwerwiegende Gründe gegen Olympia in Hamburg

Die Bewerbung Hamburgs um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028 scheint für viele BefürworterInnen bereits festzustehen. Fast täglich erscheinen detaillierte Nachrichten zu abgeschlossenen Planungsschritten, die Volksbefragung wird als Formsache dargestellt. „Dabei ist noch lange nicht ausgemacht, dass die Hamburgerinnen und Hamburger diesem milliardenteuren Megaprojekt zustimmen“, sagte heute auf einer Pressekonferenz Mehmet Yildiz, sportpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Denn es gibt viele schwerwiegende Gründe gegen Olympische Spiele in Hamburg, wie sie das IOC haben möchte. Da hilft auch alle Jubel-Propaganda nichts.“ Zu diesem Ergebnis kommt auch eine kritische Untersuchung, die die Fraktion in den letzten Wochen erstellt hat.

„Die Folgen einer Ausrichtung wären enorme Kosten, weitere soziale Spaltung und Umweltschäden. Das würde Hamburg auf Jahrzehnte belasten“, sagte Yildiz heute bei der Vorstellung des 23-seitigen Papiers. Dies zeige die Untersuchung der Ausrichterstädte der letzten 40 Jahre sehr deutlich. Hauptprofiteur der Olympischen Spiele sei in erster Linie die olympische Familie selbst (IOC, NOKs, OKs etc.): „Sie schöpft die profitabelsten Bereiche ab und delegiert mit rechtlich fragwürdigen Vertragsinhalten sämtliche Kosten und Risiken an die öffentliche Hand“, kritisiert Yildiz. „Daneben profitieren zahlreiche Unternehmen und die Finanzwirtschaft von den Spielen. Die Exklusivität der mit dem IOC kooperierenden Unternehmen verzerrt dabei sogar den Wettbewerb zulasten regionaler kleinerer und mittlerer Unternehmen. Volkswirtschaftliche Vorteile durch die Ausrichtung der Spiele sind nur marginal. Es ist längst belegt, dass die Spiele weder Beschäftigung noch Einkommen steigen lassen.“

Auch die breitensportliche Wirkung der Olympischen Spiele für die Bevölkerung sei nur sehr gering. „Besonders schlimm ist das, wenn wie in London 2012 die Ausrichtung mit der Privatisierung öffentlicher Sportflächen einhergeht“, so der Sportpolitiker. „Deshalb lehnen wir die Austragung Olympischer Spiele in Hamburg ab. Und wir setzen darauf, dass sich die Hamburgerinnen und Hamburger intensiv mit den Folgen solcher Olympischer Spiele auseinandersetzen und sich nicht von der Jubel-Propaganda blenden lassen.“

Die erwähnte Untersuchung finden Sie im Anhang dieser Mitteilung.

Dateien:
Olympia-Studie.pdf525 K