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12. März 2011 Fraktion Wandsbek

Straßenbenennung in Jenfeld verhöhnt Opfer des deutschen Kolonialismus

Die so genannten „Askari-Reliefs“ am Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck Kaserne, die jetzt unter dem Namen „Jenfelder Au“ als familenfreundliches Wohngebiet wieder auferstehen soll, sind seit Jahren ein ungelöstes Problem. Denn sie verherrlichen einseitig die koloniale Vergangenheit Deutschlands in „Deutsch-Ostafrika“. Die afrikanischen Askari-Söldner wurden von Hermann Wißmann, dem deutschen Kolonialgouverneur für Strafexpeditionen gegen die einheimische Bevölkerung eingesetzt. Alleine beim Maji-Maji Aufstand (1905-1907) in Ostafrika starben mehr als 100.000 Männer, Frauen und Kinder

Die Debatte um den angemessenen Umgang mit den Askarireliefs zieht sich jetzt über acht Jahre hin. Angesichts dieser Debatte mutet es grotesk an, dass Teile der Jenfelder Stadtteilkonferenz eine Straße im neuen Wohngebiet „Jenfelder Au“, also auf dem Gebiet der ehemaligen Kaserne und unweit der „Askari“-Reliefs mit dem Namen „Askariweg“ benennen möchte.

Vasco Schultz, Fraktionsvorsitzender der Wandsbeker Linksfraktion dazu: „Es wäre ein Hohn für die über eine halbe Million toter Zivilisten, wenn man ihren Mördern und den Befehlshabern ihrer Mörder zu Ehren nun im Jahre 2011 eine Straße benennt. Die deutschen Kolonialherren waren Verbrecher. Die Askari waren Täter aber zugleich auch Opfer ihrer „weißen Herren“. Wir fordern, dass die Straßen auf dem Gebiet der „Jenfelder Au“angemessen benannt werden.“

Zitat Hermann Wissmann, deutscher Kolonialgouverneur:

Ratschlag zum "Angriff auf eine Afrikanische Siedlung": "In Ostafrika sind die meisten Dörfer befestigt... [Da gilt] die Möglichkeit, Trinkwasser abzuschneiden oder den Feind durch Anzünden der eng stehenden, mit Grasdächern versehenen Hütten... herauszutreiben... Da ... die Granaten des Schnellfeuer-Geschützes zum Zünden nicht ausreichten, [nutzten wir...] mit Erdöl angefüllte Fischblasen zur Sprengmasse... Da man ein befestigtes Dorf nach der Einnahme meist niederzubrennen hat, ist aus praktischen Gründen stets eine Plünderung geboten."

Für Rückfragen: Vasco Schultz (Fraktionsvorsitzender): Mobil: 0173 58 408 37