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16. April 2013 Bürgerschaftsfraktion

Stadtteilschulen: Eltern lehnen SPD-„Erfolgsmodell“ ab

 

Die SPD hatte vor der Wahl versprochen, „die Stadtteilschule zu einem Erfolgsmodell für Hamburg zu machen“. Doch wer irgendwie kann, schickt sein Kind lieber nicht auf dieses SPD-Erfolgsmodell. Das belegen Zahlen aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE zur „Anmelderunde 2013“ (Drs. 20/6956). „Das Versprechen der SPD war eine bloße Worthülse, Hamburgs Stadtteilschulen entwickeln sich zurück zu Haupt- und Realschulen“, schließt daraus Dora Heyenn, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Dem Senat gelingt es einfach nicht, die Stadtteilschulen zu einer attraktiven Schulform auszubauen. Da müsste ganz anders vorgegangen werden.“ Die skandinavischen Länder zeigten, wie das gehe: Doppelbesetzungen, professionelle Teams aus Lehrkräften, Psychologen und Sozialpädagogen, kostenlose Nachhilfe für alle SchülerInnen und deutlich mehr Geld für die Schulen. „Letztendlich muss aber das gegliederte Schulwesen aufgehoben und zur Einen Schule für Alle übergegangen werden“, fordert Heyenn.

Die Senatsantworten zeigen, dass nur neun Prozent aller Kinder mit Gymnasialempfehlung auf die Stadtteilschule wollten und 91 Prozent aufs Gymnasium gehen. Die auch von Senator Rabe vorgebrachte Unterstellung, die Stadtteilschulen müssten nur endlich „gute Schulen“ werden und „guten Unterricht“ machen, dann würden sich die Probleme quasi von selbst lösen, wird durch die Senatsantwort widerlegt: Selbst die mit dem Deutschen Schulpreis 2006 ausgezeichnete Max-Brauer-Stadtteilschule hat nur einen Anteil von 36 Prozent Gymnasialempfohlenen.

Dagegen wollen 79 Prozent der Schülerinnen und Schüler ohne Gymnasialempfehlung eine Stadtteilschule besuchen, aber nur 21 % das Gymnasium. „Diese Zahlen belegen: In den Stadtteilschulen sind kaum noch Schülerinnen und Schüler mit Gymnasialempfehlung zu finden. Sie werden damit zu dem, was früher in Hamburg Haupt- und Realschulen waren“, folgert Dora Heyenn. „Dazu kommt noch, dass 98 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf die Stadtteilschulen gehen, die so die Inklusion praktisch alleine meistern müssen.“

Den Vorschlag der Grünen, einen „Feuerwehrtopf“ einzurichten, weist Heyenn zurück. „Wir brauchen keine einmaligen, sondern dauerhaften Lösungen. Deshalb hat DIE LINKE vorgeschlagen, die bundesweit höchste Privatschulförderung in Hamburg auf ein soziales und gerechtes Ausmaß zurückzuführen und aus den freiwerdenden Geldern Doppelbesetzungen in Inklusionsklassen und andere dringend notwendig Verbesserungen an den Stadtteilschulen zu finanzieren.“

Die Schriftliche Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE mit der Senatsantwort finden Sie im Anhang dieser Mitteilung.