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30. Januar 2013 Bürgerschaftsfraktion

Stadt lässt zwei Off-Theater schließen

Die Stadt sorgt dafür, dass zwei Privattheater schließen müssen: Das Theater N.N. und das Theater in der Washingtonalle stehen vor dem Aus, weil die Kulturbehörde ab der kommenden Spielzeit die Förderung streicht. „Es ist ein erbärmliches Schauspiel, dass die Kulturbehörde in Hamburg nicht in der Lage ist, ihre Theaterlandschaft zu schützen“, erklärt dazu Norbert Hackbusch, Vorsitzender des Kulturausschusses und kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. Dabei gehe es bei den beiden Privattheatern um wenige zehntausend Euro. „In welchem Verhältnis steht das zu den Abermillionen, die jetzt schon in das Programm der Elbphilharmonie gesteckt werden, obwohl dieses Haus noch nicht mal steht?“, fragt Hackbusch. „So kann sich Hamburg sein Wunschimage als Kulturmetropole ein für allemal abschminken.

Mit der Spielzeit 2013/14 beginnt eine neue Förderperiode sowohl für die zweijährige wie auch für die vierjährige Förderung der Privattheater. Die Häuser sind erst vor wenigen Wochen über ihre Förderung ab Juli 2013 informiert worden. Mit dem Theater N.N. und dem Theater in der Washingtonallee müssten dann zwei von sieben Off-Theatern in Hamburg schließen. „Solche Off-Bühnen sind nicht nur Experimentier- und Arbeitsräume für den künstlerischen Nachwuchs“, erläutert Hackbusch. „Sie liefern hochqualitative künstlerische Arbeit und stellen ein niedrigschwelliges Kulturangebot bereit. Gerade das Theater in der Washingtonallee erreicht viele Besucher aus Horn und Umgebung und ist mit seinem Konzept einzigartig in der Gegend.

Hackbusch fordert nun mit einer Schriftlichen Kleinen Anfrage genauere Informationen über die Neuausschreibung der Privattheaterförderung um zu erfahren, warum die Privattheater erst jetzt über ihre Förderung ab dem Sommer informiert wurden. „Wie sollen eine Bühne und die Künstler ihre Arbeit und ihre Programm planen, wenn nicht mal klar ist, ob es sie in einem halben Jahr noch geben wird? Anstatt die Freie Kulturszene wertzuschätzen, tritt die Stadt sie mit Füßen“, kritisiert der Kulturpolitiker. Der „Elbkulturfonds“, der gerade mal 500.000 Euro aus der Kulturtaxe für die freie Kultur enthalte, sei „lächerlich“ und bringe das Fass zum Überlaufen, so Hackbusch. „Es wird wirklich Zeit, dass sich Widerstand regt und sich die Kulturschaffen der Stadt zu einer Koalition zusammenschließen!