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15. April 2013 Bürgerschaftsfraktion

Sprachdefizite junger MigrantInnen sind ein soziales Problem

© S. Hofschlaeger / pixelio.de

Das Statistikamt Nord stellt in einer aktuellen Erhebung einen gestiegenen Sprachförderbedarf bei viereinhalbjährigen Kindern fest. Sprachdefizite gibt es demnach besonders bei Migrantenkindern.

Vor diesem Hintergrund weist Mehmet Yildiz, migrationspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, auf das soziale Gefälle hin: „Sprachdefizite werden dort häufiger festgestellt, wo soziale Ungleichheit herrscht.“ Die Zahlen des Statistikamts zeigen deutlich: In benachteiligten und abgehängten Stadtteilen wie Wilhelmsburg oder Billstedt hat fast jedes zweite Kind Probleme mit der deutschen Sprache. „Dass dort vielfach auch Kinder ohne Migrationshintergrund betroffen sind, lässt darauf schließen, dass es nicht nur ein Migrantenproblem ist, sondern in erster Linie ein soziales“, folgert Yildiz.

Der Abgeordnete weist zudem darauf hin, dass eine Untersuchung bei Viereinhalbjährigen zu spät ansetzt: „Wenn erst mit viereinhalb ein Sprachdefizit festgestellt wird, dann ist es meist schon zu spät. Dem kann man nur begegnen, wenn frühzeitig allen Kindern unabhängig von der Berufstätigkeit der Eltern ein Ganztagesplatz ab dem ersten Lebensjahr zur Verfügung gestellt wird.“ Wenn dagegen Kinder mit Migrationshintergrund oder aus Hartz IV–Familien nach fünf Stunden aus der Kita genommen werden müssen, weil bspw. ein Elternteil in Teilzeit ist und damit kein Anspruch auf Ganztagesbetreuung besteht, dann sei das „pädagogisch und bildungspolitisch fatal“. Nur mit Ganztagesplätzen und flächendeckender Qualität ließen sich Sprachdefizite ernsthaft angehen. „Meine Erfahrung zeigt: Je früher Kinder in die Kita kommen und einen Ganztagesplatz bekommen, desto seltener haben sie Sprachdefizite.“