Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
10. November 2010 Bürgerschaftsfraktion

Sportstättensteuer: unsportlich und unsozial!

Professor Christian Wopp wurde vom Senat beauftragt bis Ende 2010 eine umfassende "Sportentwicklungsplanung" für Hamburg zu entwerfen, Kostenpunkt mindestens 200.000 Euro. Am 5. November stellte der Osnabrücker Sportexperte seine Zwischenergebnisse vor. Neben der Profilierung von Hamburg als "Spitzensportmetropole" kritisiert die Fraktion DIE LINKE insbesondere die Einführung einer Sportstättensteuer. 

Professor Wopp schlägt die "Einführung von Sportanlagennutzungsgebühren, die ausschließlich zur Sanierung und Modernisierung der Sportanlagen verwendet werden" sollen. Das "operative Ziel", Hamburg als "Spitzensportmetropole" zu profilieren ist angesichts des Gesamtsanierungsbedarfs für Schulen, einschließlich der Schulsportstätten, mit rund 3 Milliarden Euro" beziffert wird (Drs. 19/6885), eine falsche Prioritätensetzung. Das spiegelt sich auch im aktuellen Stellenschlüssel des Sportamtes wider: Eine Stelle für den Breitensport, aber drei für den Leistungssport und den Eventsport/Großveranstaltungen (eine bzw. zwei Stellen) (Drs. 19/7562). Es finden sich auch interessante Aussagen des Forschungsteams, dass Sport als "ein gezieltes Mittel zur Vermeidung von Übergewicht und motorischen Problemen im Kindesalter" gefördert werden muss und die Feststellung, dass es in Hamburg "sehr viele Kinder (gibt), die vom Sport aufgrund ihrer sozialen Situation ausgeschlossen sind", trifft eines der Kernprobleme der aufgehenden Arm-Reich-Schere.

Der sportpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Dr. Joachim Bischoff, erklärt dazu:

"Die Nutzung von städtischen Hallen und Plätzen zukünftig mit einer Sportstättensteuer zu belegen, ist kontraproduktiv. Damit würden die bisherigen Grundprinzipien des hamburgischen Sports auf den Kopf gestellt. Es wäre ein schwerer Rückschlag für die Vereine und ihre Mitglieder, die mit viel Engagement, ehrenamtlichem Einsatz und einem schmalen Etat bemüht sind, die sportlichen Aktivitäten von Hunderttausenden HamburgerInnen zu organisieren.

Eine Sportstättensteuer würde die Kosten für die Vereine und damit die Mitgliedsbeiträge weiter erhöhen. Dadurch würden die vom Forschungsteam ja ausdrücklich erwähnten benachteiligten Kinder erst recht vom Sporttreiben ausgeschlossen. Nein, so geht es nicht, Herr Wopp! Die kostenfreie Nutzung von Sportstätten, die Herrichtung und Pflege als Aufgabe der staatlichen Grundversorgung, darf auf keinen Fall in Frage gestellt werden."