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23. April 2012 Bürgerschaftsfraktion

Spielhallen in der Nähe von Schulen gefährden Jugendgesundheit

Rainer Sturm / pixelio.de

Hamburg soll in Kürze ein Spielhallengesetz bekommen. In der Bürgerschaft werden derzeit Anträge und ein Gesetzesentwurf beraten, kommenden Freitag findet eine ExpertInnenanhörung dazu statt. Eine Anfrage der LINKEN-Bürgerschaftsabgeordneten Kersten Artus (Drs. 20/3800) hat nun ergeben, dass sich um Schulen und Berufsschulen Spielhallen geradezu massenhaft angesiedelt haben. 337 Spielhallen in Hamburg befinden sich in einem Umkreis von nur 500 Metern einer Schule, 86 liegen näher als 200 Meter.

Kersten Artus, gesundheits- und wirtschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion, erklärt hierzu: "Die Sucht treibt die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht nur vor und nach der Schule, sondern sogar während der Pausen in die ,Spielo', wie die Spielhallen im Schülerjargon genannt werden. Die Spielhallenbetreiber haben offenbar die Gesetzeslücke und das Suchtpotenzial ihrer Kundinnen und Kunden schamlos ausgenutzt und sich gezielt in der Nähe von Schulen angesiedelt. Da es bislang noch keine Begrenzung der Öffnungszeiten gibt, können sich Spielhallenbetreiber zudem bequem den Schulzeiten anpassen. Die Linksfraktion steht für einen konsequenten Schutz vor Glücksspielabhängigkeit. Wir sind gespannt auf die ExpertInnenanhörung am kommenden Freitag, in der wir sachkundige Stellungnahmen erwarten."

Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene müssen vor den verheerenden Folgen der Glücksspielsucht geschützt werden. Die Gefahr, abhängig zu werden, ist bei Spielautomaten besonders hoch, wie unter anderem die SCHULBUS-Sondererhebung aus dem Jahr 2009 darlegt.

10.000 Menschen in Hamburg gelten als glücksspielabhängig. 80 Prozent aller befragten Jugendlichen haben schon einmal an einem Glücksspiel teilgenommen. Nicht selten wird direkt vor oder nach der Schule oder auch in den Pausen oder während Stundenausfällen eine Spielhalle aufgesucht. Dass Spielhallen bislang keinen besonderen Einschränkungen unterlegen haben, lag daran, dass sie im Glücksspielstaatsvertrag keine Berücksichtigung gefunden hatten. Hier soll das neue Spielhallengesetz nun abhelfen.