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20. Oktober 2008 Bürgerschaftsfraktion

Sparer vertrauen der HASPA ...und beklagen den Totalverluste ihrer Anlagen in Lehman-Papieren

Die Verbraucherzentrale schätzt, dass rund 10.000 Hamburger durch die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ihre Anlagen verloren haben. Bei der Hamburger Sparkasse sind rund 4000 Geldanleger von der Pleite der Lehman Brothers betroffen. Die Hamburger Verbraucherzentrale klärt Lehman-Geschädigte über ihre Rechte auf, dabei geht es auch um Ansprüche gegen die HASPA wegen unzureichender Beratung.

Der finanz- und haushaltspolitische Sprecher Joachim Bischoff erklärt dazu:

"Die HASPA hat in der Sache Verkauf von Lehman-Papieren ihren Ruf als eine in der Region verankerte Sparkasse enorm beschädigt. Statt den betroffenen SparerInnen Entschädigungen für Ihre Verluste anzubieten, spielt das Institut auf Zeit. Man habe ein Spezialistenteam eingesetzt und analysiere jeden einzelnen Fall.

Die Absicht ist überdeutlich: Die Betroffenen sollen hingehalten werden. Denn aus der Absicht, die KundInnen beim Geltend machen ihrer Ansprüche gegenüber der insolventen US-Bank zu unterstützen, kann wenig herauskommen. Die HASPA sollte die Vorwürfe ungenügender Beratungen ernst nehmen und den Betroffenen eine Entschädigung anbieten."

Den Charakter einer Sparkasse hat die HASPA bereits seit längerem eingebüßt. Sie hat mit Unterstützung der Politik und der Wirtschaft den Übergang in eine Aktiengesellschaft vollzogen. Die Beteiligten folgten dem bekannten Privatisierungs- und Deregulierungswahn, von dem sie nach Ausbruch der Finanzkrise nichts mehr wissen wollen.

Im Gegensatz zu privaten Banken ist bei Sparkassen im Allgemeinen die Erzielung von Gewinn nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes. Die Sparkassen entstanden meist im 19. Jahrhundert, um den ärmeren Bevölkerungsschichten eine sichere Möglichkeit zu eröffnen, Kapital zur Risikovorsorge im Alter oder bei Krankheit zurückzulegen. Die Institute unterlagen daher strengen Geschäftsbeschränkungen, die im nach und nach gelockert wurden. Am 16. Juni 2003, also zum 176. Geburtstag erfolgte die große Veränderung der HASPA. Der Bankbetrieb der Hamburger Sparkasse wurde in eine Aktiengesellschaft überführt und die Gesellschaft alten hamburgischen Rechts aufgelöst. Die Zukunft der HASPA kann nur in der Ausrichtung einer Sparkasse liegen. Mit Entschädigungszahlungen sollte die HASPA einen Wechsel weg von der Sphäre der Finanzmärkte und die Rückkehr zu einer regional verankerten Spar- und Kreditbank einleiten.