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13. März 2015 Bürgerschaftsfraktion

Soziale Spaltung an Hamburgs Schulen - Inklusion geht anders

„Die vorläufigen Anmeldezahlen zum Schuljahr 2015/16 offenbaren erneut und mit zunehmender Tendenz das Auseinanderdriften der beiden Säulen Stadtteilschule und Gymnasium“, fasst Sabine Boeddinghaus, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, die Antworten des Senats auf ihre Schriftliche Kleine Anfrage zusammen.
 
Hamburgs Eltern melden ihre Kinder nicht nur deutlich häufiger an Gymnasien (7.169) als an Stadtteilschulen (5.872) an. Noch deutlicher werden die Unterschiede bei Kindern mit Gymnasialempfehlung, die an Gymnasien überwiegend unter sich bleiben (5.728). Nicht einmal zehn Prozent von ihnen (460) wollen, dass ihre Kinder Abitur an einer Stadtteilschule machen.
 
Besonders auffällig und hochproblematisch sind die Anmeldezahlen der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, der sogenannten §12-Kinder: Nur 41 wurden an Gymnasien angemeldet, 868 hingegen an Stadtteilschulen. „Hier zeigt sich, dass die Gymnasien bis auf wenige Ausnahmen inklusionsfreie Zonen sind. Die Stadtteilschulen müssen diese gesellschaftlich so wichtige Aufgabe fast alleine bewältigen. Dieser Zustand, dass die Inklusion lediglich von knapp der Hälfte aller weiterführenden Schulen in Hamburg getragen wird, ist unhaltbar. Auch die Gymnasien müssen in die Pflicht genommen werden und ihren Beitrag leisten“, so Boeddinghaus weiter. „Wir fordern SPD und Grüne dringend auf, in ihrem Koalitionsvertrag ein Konzept dafür zu entwickeln, das Zwei-Säulen-Modell in diesem Sinne zu korrigieren. Beide Schulformen übernehmen Verantwortung für ihre Schülerinnen und Schüler, ohne Abschulung und Ausgrenzung.
 
Die Linksfraktion fordert eine Doppelbesetzung in Klassen, die inklusiv arbeiten. Die Lehrerinnen und Lehrer brauchen Entlastung bei ihren wachsenden Aufgaben, qualifizierte Weiterbildungsangebote und ausreichende Ressourcen und Raumangebote. In diesem Zusammenhang wird es eine wichtige Aufgabe der LINKEN sein, das Lehrerarbeitszeitmodell auf die Agenda zu setzen, um die Arbeitszeit neu zu organisieren.