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29. August 2011 Bürgerschaftsfraktion

Solidarität mit den BauwagenbewohnerInnen in Wilhelmsburg - LINKE kritisiert Wildwest-Manier!

zomia.de

Laut Hamburger Abendblatt hat Markus Schreiber, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, der Wilhelmsburger Bauwagengruppe Zomia ein Ultimatum gestellt: Bis Mitte September solle diese auf eine noch nicht festgelegte Flächen außerhalb des Bezirks ziehen, ansonsten würde das Gelände geräumt. In einer bezirklichen Abstimmung stellte sich die SPD und die FDP hinter Schreiber, während sich die anderen Parteien, insbesondere DIE LINKE, für einen dauerhaften Verbleib der Bauwagengruppe vor Ort einsetzten.


Diese Entscheidung kritisiert Heike Sudmann, die Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE für Stadtentwicklung: "Die Argumente von Herrn Schreiber bleiben unverständlich. Es ist grotesk, wenn damit argumentiert wird, dass das Gelände als Industriebrache ausgewiesen wäre, während gleichzeitig in anderen Bezirken nach ungenutztem Industriegelände für die Bauwagen gesucht wird. Geradezu in Wildwest-Marnier soll nun Zomia aus dem so schön im Gentrifizierungsboom angekommenen Wilhelmsburg vertrieben werden, damit nichts die IBA/igs-Blümchenpolitik stört. Vielfalt darf nach Herrn Schreiber offenbar nur dort wachsen, wo es seinen rigiden Normvorstellungen entspricht."

So wurde das fadenscheinige Angebot an die Bauwagengruppe, als Teil der vornehmlich nach internationalem Renommee schielenden IBA/igs zu fungieren, verständlicherweise abgelehnt. Demgegenüber legte Zomia ein Konzept vor, in dem Müllentsorgung und eine sozialverträgliche Nachbarschaft umsichtig und rücksichtsvoll gelöst werden. Doch diese Bemühungen interessieren den Bezirksamtsleiter offensichtlich nicht.

"Vielmehr werden ,Argumente' an den Haaren herbeigezogen, z.B., dass  die BauwagenbewohnerInnen einen öffentlichen Weg blockieren und die Luft verpesten würden", merkt Heike Sudmann an. "Es gibt bei der SPD und FDP Mitte offenbar beträchtlichen Argwohn gegenüber allem, was außerhalb des Mainstreams liegt. Dabei gibt es in der Stadt gute Beispiele für funktionierende Bauwagenplätze. Eine Stadt, die sich wachsend und kreativ nennt, sollte der Vielfalt Raum bieten - und das nicht nur als Marketingaufhänger. Auch im Bezirk Mitte."