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24. Mai 2015 Dora Heyenn

Situation für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge schlechter als gedacht!

© Gerd Altmann/AllSilhouettes.com / pixelio.de

Was die Situation der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge in Hamburg anbetrifft, so hält der Senat sich so weit wie möglich bedeckt. In einer ersten Schriftlichen Kleinen Anfrage (21/240) musste die Bürgerschaftsabgeordnete Dora Heyenn vor einiger Zeit erst einmal den Sachstand abfragen. Die Antwort fiel so aus wie häufig – am Ende gab es noch mehr Fragezeichen. Nun ist die SKA Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Hamburg (II) (21/410) beantwortet worden. Daraus ergibt sich, dass neben vielen originär jugendamtlichen Aufgaben, die auf den Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB) ausgegliedert wurden nun auch noch die Clearingstelle im Bezirksamt Hamburg-Mitte per Zuständigkeitsanordnung des Senats „entfallen“ ist und deren Aufgaben auf den LEB übertragen wurden.

„Wer zwischen den Zeilen der Senatsantwort liest, der erkennt die Dramatik der Situation“, so Dora Heyenn. „Während bei der Clearingstelle das Verhältnis von pädagogischen Fachkräften zu den betreuten unbegleiteten Minderjährigen sich von April 2014 von 1 : 8 bis er April 2015 auf 1 : 29 verschlechterte, ist die Betreuungssituation beim Fachdienst Flüchtlinge (FDF) auf 1 : 51 hochgeschnellt – 839 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden mit einer Personalausstattung von 16,5 Vollzeitäquivalenten betreut!

Da muss man sich nicht wundern, dass 2014 insgesamt 216 und in diesem Jahr bereits 134 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge verschwunden sind.

Der Senat drückt es so aus: 'Es besteht die Einschätzung, dass diese Personen einen anderen Zielort in Deutschland oder Europa anstreben.' Das ist genauso zynisch wie die Wartezeiten für eine Behandlung in der Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik des UKE von 6 bis 9 Monaten im Regelfall!
Ich werde die Klinik im Juni besuchen und mich über die Bedingungen genauer informieren.
Außerdem fällt auf, dass über die Hälfte derjenigen, die eine Inobhutnahme begehrt haben, abgelehnt wurden. Das ist ein erschreckend hoher Satz. Leider teilte der Senat die Gründe nicht mit“
, so Dora Heyenn.

Dateien:
21-00410.pdf57 K