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21. Juli 2016 Bürgerschaftsfraktion

Senator geht mit seinem Schulschwimm-Konzept baden

via Wikimedia Commons

Fast die Hälfte der Schüler_innen in Hamburg kann auch nach Absolvieren des obligatorischen Schulschwimmunterrichts nicht oder nur unzureichend schwimmen. Das ergeben die Antworten des Senats auf zwei Anfragen (Drs. 21/4918 und 21/5088) der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „In einer Hafenstadt mit so viel Wasser ist das lebensgefährlich“, erklärt dazu Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion. „Über 45 Prozent der Schüler_innen erreichen im Schulschwimmunterricht das angepeilte Schwimmleistungsniveau Bronze nicht. Da muss der Schulsenator endlich handeln!“ Das Deutsche Jugendschwimmabzeichen (DJSA) in Bronze,  von der DLRG als Mindestmaßstab für sicheres Schwimmen genannt, erreichten den aktuellen Zahlen zufolge 2014/15 gerade einmal 54,9 Prozent der Schüler_innen. Fast jedes fünfte Kind schaffte nicht einmal die Wassergewöhnungsstufe Seepferdchen und blieb damit Nichtschwimmer_in.

Wie die Zahlen des Senats belegen, hat der Sozialindex eine enorme Bedeutung dafür, ob ein Kind das Schwimmen potenziell besser oder schlechter erlernt: In Stadtteilen mit KESS 1 beträgt die Quote der Schüler_innen, die auch nach dem obligatorischen Schulschwimmen nicht schwimmen können, fast 42 Prozent. Zählt man diejenigen dazu, die nur das Seepferdchen-Abzeichen erhalten, sind es sogar drei Viertel der Kinder. In KESS 6-Stadtteilen dagegen finden sich gerade einmal 2,1 Prozent Nichtschwimmer_innen und insgesamt nur 13,5 Prozent, die das Bronze-Abzeichen nicht erreichen. „Damit ist die soziale Spaltung Hamburgs im Schulleben nun auch beim Schwimmunterricht überdeutlich bewiesen“, so Boeddinghaus. „Der Umstand besteht zwar schon länger, er wird aber weiterhin vom Senat schlicht ignoriert oder zumindest durch das Optimierungskonzept nicht ausgeglichen. Und die Inklusion ist im Schwimmunterricht sowieso nicht bedarfsgerecht vorgesehen. Die vom Senat verkündete Optimierung beim Schulschwimmen ist also alles andere als wasserfest.“

Die beantworteten Anfragen der Fraktion DIE LINKE finden Sie im Anhang dieser Mitteilung. 

Dateien:
21_4918.pdf1.1 M
21_5088.pdf1.0 M