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13. September 2011 Bürgerschaftsfraktion

Senat wirbt für Pflegeberufe: Linksfraktion kritisiert unsinnige Werbekampagne

Gerd Altmann /pixelio.de

Auch der neue, SPD-geführte, Hamburger Senat betreibt wie sein schwarz-grüner Vorgänger Schaupolitik für die Pflege. Als ob eine Plakatkampagne junge Leute bewegen könnte, einen schlecht bezahlten Beruf, der nur wenige Aufstiegschancen hat und zudem harte Arbeitsbedingungen mit sich bringt, anzunehmen.

"Hier wird schon wieder Geld zum Fenster herausgeworfen, anstatt den Pflegenotstand endlich grundlegend anzupacken", kritisiert Kersten Artus, gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der Linksfraktion, die Werbekampagne "Zeig deine Pflegestärken".

In den Krankenhäusern wurden in den letzten Jahren bundesweit 50.000 Arbeitsplätze abgebaut. Und auch in Hamburg ächzen die Beschäftigten auf den Stationen weil Personal fehlt. "Und zwar nicht, weil es keines gibt, sondern weil die Personalpolitik der Klinikkonzerne nur auf nackte Kennzahlen und Profite ausgerichtet wird", sagt Artus. "Krankenhaus-Konzerne wie Asklepios könnten ja ein erstes Zeichen setzen und ihre konzerninternen Leiharbeitsbetriebe auflösen und den Pflegekräften stabile, dauerhafte Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Dass der Senat diese arbeitnehmerfeindliche Politik mit trägt, macht ihn unglaubwürdig - und die Werbekampagne ,Zeig deine Pflegestärken' zur Farce."

DIE LINKE fordert eine Reform der Pflegeausbildung. Benötigt wird eine regelhaft integrierte, integrative und generalistische Pflegeausbildung. Diese einheitliche dreijährige Ausbildung beinhaltet eine zweijährige Grundausbildung und eine einjährige Spezialisierungsphase. Sie muss auch als hochschulische Ausbildung weitergeführt werden können. Die Pflegeausbildung muss nach dem Berufsbildungsgesetz gestaltet werden, Schulgebühren gehören abgeschafft. Der Hochschulzugang für Studienzugänge in Pflegewissenschaften, Pflegemanagement und Lehramt muss aufgrund der dreijährigen Ausbildung möglich sein. Berufserfahrung ist anzurechnen.